Gott ist der Orient – Gottes ist der Okzident

28. August 2022

Sure 2:223

6. August 2022

Der Koran ist die einzige Führung

30. Juli 2022

Meine Korantexte

24. Juli 2022

Nacht der Bestimmung Laylat aal-Qadr

18. April 2022
In den letzten 10 Tagen des Ramadans ist die Nacht der Bestimmung. Niemand weiß so genau welcher Tag es ist. Wir Muslime beten in den letzten 10 Tagen im Ramadan noch intensiver und inniger.
بِسۡمِ ٱللَّهِ ٱلرَّحۡمَٰنِ ٱلرَّحِيمِ0Im Namen Gottes, des barmherzigen Erbarmers!
إِنَّآ أَنزَلۡنَٰهُ فِی لَيۡلَةِ ٱلۡقَدۡرِ1Wir sandten es herab in der Nacht der Vorherbestimmung.
وَمَآ أَدۡرَىٰكَ مَا لَيۡلَةُ ٱلۡقَدۡرِ2Was lässt dich wissen, was die Nacht der Vorherbestimmung ist?
لَيۡلَةُ ٱلۡقَدۡرِ خَيۡرٌۭ مِّنۡ أَلۡفِ شَهۡرٍۢ3Die Nacht der Vorherbestimmung ist besser als tausend Monate.
تَنَزَّلُ ٱلۡمَلَٰٓئِكَةُ وَٱلرُّوحُ فِيهَا4In ihr steigen die Engel und der Geist herab
بِإِذۡنِ رَبِّهِم مِّن كُلِّ أَمۡرٍۢ mit der Erlaubnis ihres Herrn in jeder Sache.
سَلَٰمٌ هِیَ حَتَّىٰ مَطۡلَعِ ٱلۡفَجۡرِ5Friede ist sie bis zum Beginn der Morgenröte!

Muslimische Feiertage 2022

28. Januar 2022

Sure „Al Fatiha“ – Die Eröffnende

17. Januar 2022

Offenbarung zu Mekka

Die erste Sure des Qurans, trägt den Namen "Al-Fatiha". Dieses Wort bedeutet in der 
arabischen Sprache "Anfang einer Sache", "Einleitung", oder "Vorwort". Die Al Fatiha eröffnet
als erste Sura aber nicht nur dem gesamten Quran-Text, sondern die Muslime stellen sie auch in
jedem ihrer Gebete an den Anfang der Quran-Rezitation.
Außer der Bezeichnung "Al-Fatiha" kommen der ersten Sura noch weitere Namen zu, welche
ebenfalls auf ihre Bedeutung hinweisen.; so wirdd sie auch "Mutter des Buches", bzw. 
"Muttter des Quran" genannt, weil die wie eine Mutter, die als Gebärende ihrer Kinder gleichsam
den Ausgangspunkt der Familie markiert, den Anfang des Quran-Textes darstellt; und da man mit
ihr auch das Gebet beginnt´, heißt die erste Sure auch "Sure des Gebets", "Sura des Schatzes",
"Sura des Lobes", "Die Vollendete", "Die Schützende", "Die Ausreichende". "Die Grundlage des Quran",
"Die Heilung".
Nach überwiegender Auffassung der Gelehrten wurden die sieben Verse der Al-Fatiha in Mekka, das heißt
vor der Hijra offenbart. Das die Al-Fatiha unter allen Suren eine besondere herausragende Stellung
einnimmt, bezeugen viele Hadithe: Einen finden wir beim Hadith-Überlieferer Al-Bukhary, wonach
der Prophet Muhammed, Allahs Segen auf ihm, zu Abu Sai'd Ibn Al-Mu'ally sagte: "Bevor du die Moschee
verläßt, will ich dich eine Sure lehren, die die bedeutendste Sure des Quran ist." Al Abu Sai'd
beim Verlassen der Moschee den Propheten an dessen Worte erinnerte, sagte der Prophet: 
"Al-hamdu-lillahi rabbi-l-'alamin, sie besteht aus den sieben zu Wiederholenden, sie ist der
großartige Quran, der mir gegeben wurde." Mit den "sieben zu Wiederholenden" sind die sieben
Verse der Al-Fatiha gemeint, die in  jedem Gebet mindesten zwei Mal wiederholt werden. Und in 
einer anderen Überlieferung heißt es: "Kein Gebet für den, der nicht in jeder 
Rak'a die Fatiha-I-Kitab (Die Eröffende des Buches) rezitiert." Aus diesem Hadith leiten
die Gelehrten ab, dass das rezitieren der Al-Fatiha zu den wesentlichen Elementen
des Gebetes gehört und Voraussetzung für seine Gültigkeit ist. Auch daran läßt sich 
der enorme Stellenwert dieser Sure erkennen.
Neben dieses funktionellen Bedeutung hat die Al-Fatiha aber auch besondere wichtige Züge, welche
den Kern des Glaubens berühren. 
In ihr werden einige Eigenschafften, bzw. Namen Allahs genannt, sie lehrt den Tauhid 
(Eingottglaube) und legt das Verhältnis Allahs zu den Menschen in seinen Grundzügen dar.

"Al Fatiha"                                              "Vater unser"

"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen,       "Vater unser im Himmel,
Lob sei Gott, dem Weltenherrn,                           geheiligt werde Dein Name.
Dem Erbarmer, dem Barmherzigen,                          Dein Reich kommme.
Dem Herrscher am Tages des Gerichts,                     Dein Wille geschehe,
Dir diensten wir und zu Dir rufen wir um Hilfe.          wie im Himmel so auf Erden.     
Leite uns den rechten Pfad,                              Unser tägliches Brot gib uns heute.
Den Pfad derer, denen Du gnädig bist, nich derer         Und vergib uns unsere Schuld,
den Du zürnst, und nicht der Irrenden."                  wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
                                                         Und führe uns nicht in Versuchung,
                                                         sondern erlöse uns von dem Bösen.
                                                         Denn Dein ist das Reich und Kraft                                                          und die Herrlichkeit in Ewigkeit."
                                                Amen

Das Vaterunser ist das bekannteste Gebet der Christen, es soll auf Jesus selbst zurükgehen. 
In zwei Evangelien ist überliefert, wie Jesuss seine Jünger damit gelehrt hat zu beten. 
Das Vaterunser verbindt die weltweite Christenheit und ist in viele Sprachen übersetzt.
In jedem Gottesdienst wird es gesprochen, dazu läuten die Glocken. (Matthäusevangelium 6,9-13)

    "Beten gehört wahrscheinlich zu den intimsten Dingen, die es im Leben eines Menschen gibt."

Fragen zum Islam

17. Januar 2022
Fünfzehn populäre Irrtümer zum IslamIn der Anti-Islamhetze, die immer heftiger wird, werden enorme Mengen an Desinformation verbreitet. Angesichts des weltweiten Erstarkens rechtspopulistischer und faschistischer Strömungen schadet es vielleicht nicht, Ihnen einige Korrekturen für die dunklen Jahre mitzugeben.
Wer hier öfter liest, weiß, dass einige Themen schon ausführlicher behandelt wurden.

„Der Islam sagt ….

“Der Islam ist weder eine Person noch eine Rechtsperson. Er kann nicht reden, er kann nicht handeln. Sätze wie: Der Islam ist kriegslüstern, der Islam ist Frieden, der Islam unterdrückt Frauen, der Islam ist ganz lieb zu Frauen, der Islam sagt … sind unsinnig.
Der Islam will/kann/verbietet/befiehlt nichts, ist weder Frieden noch Krieg; es sind immer Muslime, die etwas tun oder sein lassen. Von Ihnen gibt es mehr als eine Milliarde, die wollen oder tun nicht alle dasselbe.

„Der Islam ist keine Religion, sondern eine Ideologie.“
Wenn man den Islam zur Ideologie erklärt, könnte er vielleicht in manchen Umgebungen bekämpft oder gar verboten werden. Eine Religion zu verbieten ist schwieriger; die meisten Verfassungen enthalten ja einen Artikel über Religionsfreiheit.
Aber im Islam wird die Hauptrolle gespielt von einem Gott, der die Welt erschaffen hat und sie erhält, der von Ewigkeit an eine heilige Schrift bei sich hatte, die er seinen Propheten offenbart hat, und der am Ende der Zeiten die Menschheit richten wird.
Solch eine Weltanschauung nennt man generell Religion. Wenn der Islam keine Religion ist, sind Judentum und Christentum ebenfalls keine. Diejenigen, die rufen: „Der-Islam-ist-(nur)-eine-Ideologie!”, wollen meist Religionsfreiheit predigen für die beiden letztgenannten und Ideologieverbot für den Islam.

„Aber der Koran sagt doch …?“
Was steht im Koran? Wie alle heiligen Schriften „sagt“ der Koran ungefähr alles, aber auch sein Gegenteil. Er enthält Botschaften von Liebe und Hass, von Krieg und Frieden, von Unbarmherzigkeit und Erbarmen. Es hat also keinen Sinn, nach der Art von Jehovas Zeugen allerlei Debatten zu führen auf der Basis von einigen einseitig gewählten Koranversen. Überdies steht ganz viel gar nicht im Koran. Das Buch enthält nur einen Teil der islamischen Glaubensüberzeugungen und des islamischen Rechts (Scharia).
Nicht im Koran stehen unter anderem: Scharia, Kalifat, die Bestrafung im Grab, Märtyrer gehen direkt ins Paradies, 72 Jungfrauen, Hunde und Katzen, das Bilderverbot, fünfmal am Tag beten, Steinigung. Interpretationsabhängig
sind: die Bedeckung der Frau, das Alkoholverbot und vieles mehr.
Achtung: wenn etwas nicht im Koran steht, ist es deshalb nicht gleich unislamisch.

„Mohammed war …“
Tausende Textseiten berichten vom Handeln des Propheten Mohammeds, aber einen Wert als Quelle für wissenschaftliche Geschichtsschreibung haben nur die wenigsten. Mit Hilfe dieser Texte kann sich jeder und jede den Propheten basteln, der ihm oder ihr gefällt: ein strenger Richter, ein milder Richter, kriegslüstern, friedfertig, frauenfeindlich oder eben nicht, väterlich, gnadenlos, sittlich hochstehend oder vielmehr egozentrisch, ein Held, ein Kinderschänder, menschlich-allzu-menschlich, immer kompromissbereit oder vielmehr unbiegsam: Sie haben die Wahl!
Über den historischen Mohammed ist nur ganz wenig bekannt. Einige frühe Texte über ihn datieren auf sechzig (!) Jahre nach seinem Tod; die meisten sind erheblich jünger. So wissen wir z. B. überhaupt nicht, ob er tatsächlich ein kleines Mädchen heiratete. Dazu gibt es nur einen kurzen Text (mit einigen Varianten), der nicht so heilig ist, dass Muslime ihn unbedingt für wahr halten müssen—und Nichtmuslime ohnehin nicht.

Ein anderes Beispiel: die Erzählungen über die Ausrottung jüdischer Stämme durch Mohammed sind schon 2008 als Fiktion entlarvt worden.

„Der Koran ist das Werk Mohammeds.“
Keineswegs. Dass der Koran von Gott dem Propheten Mohammed in mehreren Lieferungen über zwölf, dreizehn Jahren offenbart wurde, ist nicht nachgewiesen. Aber dass er von Mohammed geschrieben wurde, wie man in Europa lange Zeit annahm, ebenfalls nicht. Ganz früher hieß es in Europa: der Koran könne nicht von Gott stammen, denn der ist der Gott der Bibel; Mohammed habe das Buch mit bösen Absichten selbst erfunden. Spätere Orientalisten meinten, dass Gott nicht existiere und dass also Mohammed der Verfasser sein müsse, weil er der Entstehung des Textes am nächsten war. Er habe den Koran selbst geschrieben, allerdings in Anlehnung an die jüdische und christliche Tradition.

Mit einer göttlichen Offenbarung können moderne Forscher nichts anfangen, aber mit der Autorschaft Mohammeds auch immer weniger. Die meisten von ihnen betrachten den Koran als einen anonymen Text oder vielmehr als eine Sammlung von Texten unterschiedliche Gattungen, die möglicherweise aus
verschiedenen Quellen stammen. Die Sammlung dieser Texte in einem Buch fand zwischen ca. 650 und 700 statt. Ohne Zweifel waren davor schon Teile in Umlauf. Diese spielten
bestimmt eine wichtige Rolle bei der schnellen gesellschaftlichen Wandlung in Arabien, bei der Vereinigung der arabischen Stämme und bei den enormen arabischen Eroberungen ab 632. Welche genau ist nicht bekannt.

„Der Islam ist im Mittelalter hängen geblieben.“
Der Nahe Osten hat nie ein Mittelalter gekannt. Als in Europa das frühe, angeblich „dunkle“ Mittelalter anfing, ging drüben die Antike einfach weiter. Es brach eine Blütezeit an, in der die islamische Welt Europa bei Weitem voraus war: in Industrie, Handel, Wirtschaft, Bankwesen, Wissenschaft, Medizin, Recht, Philosophie und sogar Theologie. Allerdings geriet die islamische Welt
in späteren Jahrhunderten allmählich in Verfall, durch neue Handelsrouten (Amerika; Kap der Guten Hoffnung), durch veraltete Bewaffnung und überholten Schiffbau und durch koloniale Machtausübung aus Europa. Aber diese oder irgendeine frühere Zeit „mittelalterlich“ zu nennen wäre nicht richtig; der Begriff passt nur zur europäischen Geschichte—und vielleicht nicht einmal dazu.

„Der Islam ist eine Wüstenreligion.“
Das Ursprungsgebiet und die Westhälfte des Verbreitungsgebietes des Islams ist ein arider bzw. halb-arider Gürtel, in dem es tatsächlich viele Wüsten gibt. Aber dort wohnt niemand permanent; wohlweislich wohnt man in den fruchtbaren Gebieten, die es durchaus gibt: in den Flusstälern und –deltas, und natürlich in Städten. Die nomadischen Wüstenbewohner, die Beduinen,
waren von alters her meist wenig zu Religion geneigt; das wird schon im Koran beklagt.
Der Islam stammt zum Teil aus der Stadt Mekka, zum Teil aus der Oase Medina, hat um 700 in Syrien erst richtig Form bekommen und wurde ein Jahrhundert später im Irak noch mal richtig umgearbeitet. Später bekamen jede Periode und jede Gegend ihre eigene Gestaltung des Islams.

„Steinigen ist eine mittelalterliche Bestrafung“
Nein, Steinigen aufgrund eines Urteils nach einem Rechtsgang wird erst seit dem zwanzigsten Jahrhundert, vor allem seit 1979, in einigen Staaten praktiziert. Momentan ist die Zahl wieder rückläufig, wahrscheinlich weil es sich als eine recht unpraktische Methode der Hinrichtung entpuppt hat. Vor dem zwanzigsten Jahrhundert wurde nicht gesteinigt, zumindest nicht aufgrund eines Urteils. Zwar wird die Steinigung im Fall der Unzucht in einigen alten Rechtsquellen unzweideutig empfohlen, aber die Rechtsgelehrten wussten die zu umgehen, mit Hilfe anderer Rechtsquellen und schlauer Rechtskniffe: Leben und leben lassen war immer das Hauptziel der Scharia. Die Forschung hat nur einen einzigen Steinigungsfall im
Osmanischen Reich ans Licht gebracht, aus dem Jahr 1670. Der verantwortliche Richter wurde damals sofort abgesetzt; der Chronist, der von Fall berichtete, war empört.

„Der Islam braucht eine Aufklärung.“
Manchmal wird behauptet, dass aus „dem Islam“ ohne einen Prozess der Aufklärung nie mehr etwas werden wird. Aber im neunzehnten Jahrhundert war die Aufklärung im Nahen Osten durchaus bekannt geworden. Die Einwohner des Osmanischen Reichs spürten, dass sie im Vergleich schwach waren, sowohl militärisch als auch kulturell. Um aufzuholen, fingen sie an Europa nachzueifern. Aber auf Dauer stellte sich heraus, dass eben die
Gradlinigkeit der Aufklärung, mit ihrer Unzweideutigkeit, ihrer klaren Sprache und ihren kodifizierten Gesetzen (Code Napoléon) die Muslime dazu gebracht hat, den flexiblen Umgang mit ihren alten Texten aufzugeben und sie fortan alle wortwörtlich zu nehmen, ohne ein Auge für alternative Interpretationen zu haben. Die Ambiguitätstoleranz, die von alters her ein Merkmal der islamischen Kultur war, ist in den vergangen zwei Jahrhunderten zum Großteil
verloren gegangen. Der Nahe Osten wurde ein flaches und zweitrangiges Europa-Imitat.
Muslime haben die Aufklärung durchaus kennen gelernt, aber sie ist ihnen schlecht bekommen.

„Der Islam ist das Werk von Mohammed.“
Glauben Sie das wirklich? Der arme Mann wäre fassungslos gewesen, wenn er hätte sehen können, was Muslime nach seinem Tod daraus gemacht haben. Der Islam ist natürlich nicht fix und fertig aus dem Himmel gefallen, sondern er hat sich entwickelt. Mohammed hat nicht mehr erlebt, wie Araber sofort nach seinem Tod die halbe Welt eroberten und demzufolge schon bald die koranische Furcht vor dem Jüngsten Gericht vergaßen. Wie unterschiedliche Gruppen sich in Bürgerkriegen bekämpften, hat er ebenso wenig mitbekommen. Und wie der Kalif ‘Abd al-Malik ca. 695 seinen eigenen Islamentwurf in die Welt setzte, wobei er sich vom Christentum verabschiedete, und die frühislamische Geschichte niederschreiben ließ. Und wie noch einmal hundert Jahre später die Schriftgelehrten (‘ulamā’) ihren Platz im Staat erkämpften, auf Kosten der Autorität des Kalifen. Auch von Schiiten
und vom Aufstieg der Sufi-Mystik, die immerhin mehr als tausend Jahre das Bild des Islams prägte, hatte der Prophet nicht die leiseste Ahnung.

„Die Scharia ist das Gesetz des Islams.“
Nein, die Scharia ist islamisches Recht; das ist etwas anderes. Sie regelt alle Beziehungen zwischen Gott und Mensch und zwischen den Menschen untereinander; somit ist sie umfassender als europäisches Recht. Auch Glaubenslehre, Ethik und gute Manieren sind darunter begriffen. Die Scharia ist kein Gesetz, nicht kodifiziert und sicherlich kein Buch, das jemand für die Ewigkeit niedergeschrieben hätte. Fragen wie: „Was sagt die
Scharia zu …? Was steht in der Scharia? Wer hat die Scharia geschrieben?“ sind also sinnlos. Die Scharia sagt nichts, sondern muss in den Rechtsquellen gefunden werden, d.h. in Koran, Hadith und Jurisprudenz. Sie ist also dem Wandel unterworfen, wenn auch Rechtsgelehrte sich nur allzu oft mit dem begnügen, was ihre Kollegen vor Jahrhunderten schon gefunden haben. Das muss aber nicht so sein. Der Umfang, die große Verschiedenheit der Rechtsquellen und deren Offenheit für unterschiedliche Interpretationen machen Erneuerung möglich.
Die Frage, inwieweit man den Alten folgen muss oder die früher bereits gelösten Rechtsfragen noch mal aufs Neue aufrollen kann, ist seit mehr als einem Jahrhundert das wichtigste Diskussionsthema in der ganzen islamischen Welt. Die Diskussion wird aber abgebremst durch 1. Das Auftreten von Salafisten, Wahhabiten, ISIS, u. dgl.; 2. die fortwährende Hetze durch deren Verbündete im Westen: die Islamhasser und Islamophoben.
Die Scharia war übrigens nie irgendwo das einzig geltende Recht. Dazu wäre sie auch ungeeignet.

„Eine Fatwa ist ein Todesurteil.“
Nö. Eine Fatwa ist im sunnitischen Islam ein nicht verbindliches, gelehrtes Gutachten auf dem Gebiet der Scharia. Eine Fatwa wird von einem Mufti abgegeben, auf Verlangen von Richtern, Privatpersonen und manchmal von Behörden. Der Empfänger kann die Fatwa außer Acht lassen, wenn er das wünscht. Scharia ist islamisches Recht, aber auch mehr als Recht: das verlangte Gutachten kann deshalb auch auf dem Gebiet der Ethik, der guten Sitten und der Glaubenslehre liegen.Wer sich nicht persönlich an einen Mufti wenden mag, kann Fatwa-Sammlungen von bekannten Schariagelehrten aus früherer oder neuerer Zeit
lesen, oder eine Fatwa über das Internet einholen, siehe z.B. dieses Portal.
Seit der Rushdie-Affäre (1989) ist das Wort Fatwa auch in Deutschland verbreitet, wird aber oft falsch verstanden. In der Phrase: „eine Fatwa über jemanden verhängen“ hört es sich fast an wie ein Todesurteil. Aber ein Gerichtsurteil ist es eben nicht, geschweige denn ein Todesurteil.

„Der Islam kennt keine Trennung von Kirche und Staat.

Bei Mohammed selbst war der Staat noch wenig entwickelt, aber wahrscheinlich gab es solch eine Trennung tatsächlich nicht, und bei den ersten gewählten Kalifen (632-661) ebenfalls nicht. Bei den Umaiyadenkalifen (661-750) gab es sie offensichtlich noch immer
nicht.

Ihre Sunna (=Verhalten, Brauch, gewohnte Handlungsweise) sollte man unbedingt befolgen; davon hing ja das Seelenheil ab. Über sie sangen die Dichter, dass sie Regen brachten, die Ernte gelingen ließen, Recht und Gerechtigkeit etablierten— alles in der besten altorientalischen Tradition des Gott-Königs. Widerstand gegen die Umaiyadenkalifen kam ab ca. 700 u.a. von den „Menschen der Sunna und der Gemeinde, die die eigenmächtigen Sunnas der verhassten Kalifen durch die des Propheten ersetzen wollten. Anfangs wusste niemand, wie dessen Sunna aussah, aber daran wurde gearbeitet: im Lauf des Jahrhunderts wurden die Schriftgelehrten (‘ulamā’) immer mehr und die Anzahl der Überlieferungen „des Propheten“ (Hadithe) wuchs noch schneller,
bis es eine prophetische Alternative gab für die Sunnas der Kalifen. Nach 750 spielten die ersten Abbasidenkalifen noch einige Zeit weiter Gott-König, aber ca. 850 mussten sie sich ergeben. Gegen die Sunna des Propheten, wie fiktiv auch immer, konnten sie nicht ankämpfen; die inzwischen überall vordringenden Schriftgelehrten übernahmen die geistliche Macht. Seitdem gibt es eine Trennung zwischen weltlicher und geistlicher Macht. Außer bei den Schiiten, aber die hatten meistens gar keinen Staat, so dass man es nicht so merkte.

„Märtyrer bekommen im Paradies zweiundsiebzig Jungfrauen.“
Ach! Es gibt nur einen seltenen Hadith, in dem das beiläufig erwähnt wird. Etwas fester in der islamischen Tradition verankert ist dieser Hadith:
„Das Erdreich ist noch nicht trocken vom Blut eines Märtyrers, da kommen schon seine beiden Gattinnen herbeigeeilt, wie Kamelstuten, die ihre Jungen in einem weiten Land verloren haben…“
Hier werden nur zwei Frauen erwähnt, deren Verlangen nach den
Märtyrern mit dem Mutterinstinkt (!) von Kamelstuten verglichen wird. Noch häufiger sind Texte wie diese:
Der Prophet hat gesagt: „Als eure Brüder in Uhud gefallen waren, tat Gott ihre Seelen in das Innere grüner Vögel, die aus den Flüssen des Paradieses trinken, von seinen Früchten essen und nisten in goldenen Lampen im Schatten von Gottes Thron…“
Diesem Text zufolge ist ihr Aufenthaltsort also sehr nahe bei Gott, aber Jungfrauen gibt es an dem Ort wohl nicht. In ihrem Zustand würden sie mit denen auch nichts anzufangen wissen.

„Der Islam ist gegen Schwule.“
Wer der Islam ist, weiß ich noch immer nicht. In Büchern islamischer Rechtsgelehrter werden auf jeden Fall homosexuelle Handlungen scharf verurteilt. Handlungen, wohlgemerkt. Homosexualität als Krankheit bzw. Orientierung sind europäische Einfälle aus dem neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert.
Im wirklichen Leben dagegen gab es in der islamischen Welt eine für Europäer unglaubliche Toleranz. Bis in die höchsten Kreise, bis an den Hof des Kalifen. Die strengen Bücher ließ man einfach geschlossen. Die umfangreiche arabische Liebespoesie handelte überwiegend von Männerliebe. Frauen gab es für die Ehe und die Fortpflanzung, tiefe Gefühle hatte man für Männer, Sex auch mit Jungen.
Im neunzehnten Jahrhundert änderte sich das, als man anfing den Westen zu imitieren. Das viktorianische England lehnte Homosexualität rigoros ab. Wo möglich setzten britische Behörden strenge Gesetze in Kraft, aber auch wo das nicht geschah, schlug die Haltung in Ablehnung um. Nach der Kolonialzeitfing man in den unabhängig gewordenen Staaten an die eigenen alten
juristischen Texte wortwörtlich zu nehmen und sogar anzuwenden;
Unzweideutigkeit war ja modern. Das führte fortan auch im islamischen Kulturkreis zu harten Strafen für Verhaltensweisen, die vor der Moderne jeder dort hingenommen hätte.
Es war einfach Pech für die islamische Welt, wie auch für Indien, China und Afrika, dass ausgerechnet das sexuell ungeschickte England und Europa den Ton angaben. Das hat tiefe Spuren hinterlassen

Aus Lesewerk Arabisch und Islam

Die Zeiten der Gebete im Jahr 2022

15. Januar 2022

Die Gebete richten sich nach der Sonne.

DAS GEBET IST ATMEN VOR GOTTES AURA

Der Vollzug des Glaubens ist vor allem ein geistiger und seelischer Prozess. 
Wenn das Glaubensbekenntnis ins Bewußtsein dringen 
und nicht oberflächlich bleiben soll, ist ein stetes beschäftigen, Nachdenken, besinnen in diesem geistigen und seelischen Prozess erforderlich. 
Ein geistiges ud seelisches Reifen und Weiterkommen, ein 
beharrliches Weiterstreben bedeutet jedoch nichts anderes als das Gebet.
Ohne Gebet verkümmert der Glaube und die Spiritualität.
Das Gebet öffnet das geistige Auge.
Ohne Gebet erblindet es.
Der Glaubensbegriff im Islam ist umfassend.
Das Gebet ist die 2.Säule des Islams

Mohammed, der Gesandte Allahs, Friede und Heil auf ihm, sagte:
"Aufgabe des Menschen ist es, Gott anzubeten und niemanden beizugeselllen."
Das inspirierte Ich (Nafs al mulhima)Auf 
dieser Stufe beginnt der suchende Muslim, die wirkliche Zufriedenheit und Gefallen im Gebet, 
(arabisch salat) 
und meditativen bzw. spirituellen Übungen (dhikr)zu finden.
Der Sufi erfährt auf dieser Stufe die erste Ahnng davon, was Religion und Spiritualität bedeuten, wovon er bisher nur in der "Theorie) gehört
hat.
Man sagt auch, dass der Mensch durch die inspirierte Seele wirklich
LIEBE ZU GOTT und den Mitmenschen zu fühlen beginnt.
Die Mystiker sagen auch, dass diese Stufe der Anfang der wirklichenPraxis des Sufismus darstellt. 

Islam und Feminismus

10. September 2021

Feminismus als Unwort?

.

VON Rabeya Müller

Rabeya Müller hat Islam. Theologie, Islamwissenschaften und Pädagogik studiert, Sie ist stellv. Vorsitzende des ZIF (Zentrum für Islam. Frauenforschung und Frauenförderung), Mitglied in vielen interreligiösen Institutionen und Gründungsmitglied und Vorstandsmitglied des
Liberal Islamischen Bundes.

„Ich will jetzt mal etwas Feministisches sagen, obwohl ich keine Feministin bin.“ Diese Äußerung einer ehemaligen Vorstandsfrau eines größeren muslimischen Verbandes schildert exakt das Dilemma, in dem sich muslimische Frauen nur allzu oft befinden.

Die Vorsicht, mit der die Rednerin das Wort ‚feministisch’ in den Mund nimmt und natürlich gleichzeitig weit von sich weist, zeigt, wie verpönt diese Wortwahl in traditionellen Kreisen ist.

Diese Problematik der Begrifflichkeiten, welche vielfach als Aufhänger dazu genutzt werden, um die jeweilige Zugehörigkeit zu manifestieren, kommt einem vor wie das alte ‚Teekesselchenspiel’, das viele vielleicht noch aus der Schulzeit kennen. Gleichlautende werden wortgewaltig unterschiedlich beschrieben und die anderen müssen raten, was gemeint ist, also z.B. „Mein Teekesselchen ist für Geschle-chtergerechtigkeit!“ einerseits und andererseits: „Mein Teekesselchen wird mit Alice Schwarzer gleichgesetzt!“

Da wird damit argumentiert, dass dieser oder jener Begriff westlich konnotiert ist, dass sich die einen vom Westen ‚einfangen’ lassen und z.B. Feminismus grundsätzlich als Wort augenscheinlich nur von Menschen wie der „Emma“- Begründerin gefüllt werden kann, auch die Medien schlagen in diese Kerbe und fördern ein solches Denken.

Islamisch – egal ob feministisch oder nicht
Dabei verlieren die Kritikerinnen offenbar völlig aus den Augen, dass mittlerweile weltweit die Lage eine andere ist, besonders, wenn es um islamische feministische Theologie geht. Hier haben sich viele Protagonistinnen, zuletzt Amina Wadud in ihrem Interview vom 17.08.2011 bereits geäußert. So sagte Wadud:

„Seit Beginn des 21. Jahrhunderts gibt es eine Alternative für muslimische Frauen, die sich nicht zwischen den Menschenrechten und dem Islam entscheiden wollen. Und es gibt einen Namen für das, was wir tun: islamischer Feminismus. Denn wir ziehen den Islam heran, um die Gleichwertigkeit von Mann und Frau ins Bewusstsein zu rufen …“.

Amina Wadud ist ebenso wie Asma Barlas eine kluge Vordenkerin. Barlas allerdings hat, obwohl sie viel auf diesem Gebiet forscht, ebenfalls Probleme mit dem Begriff Feministin, gerade weil dieser so unterschiedlich genutzt wird. Trotzdem haben beide Frauen vielfach theologisch bereits eigene Ansätze entwickelt und arbeiten seit Jahren konstruktiv zusammen.

Asma Barlas: „… Ich habe den ontologischen Status des Korans als göttliche Offenbarung nie in Frage gestellt. … Das Problem liegt somit nicht im Koran als heiligem Text selbst, sondern darin, dass wir ihn nicht richtig auslegen. Nicht der Text selbst ist für mich also der Kern des Problems (wie er es für viele andere Gelehrte ist), sondern eher, wie sich der Mensch den Text aneignet. …“

Wenn der Diskurs das Ziel ist, dann ist das konstruktive Miteinander die Erfüllung
Im Grunde ist der Versuch, westlich geprägte Begriffe auch nur westlich zu konnotieren und alle, die sich selbst mit diesen Begriffen identifizieren als verwestlicht anzuprangern, eine einseitige Sackgasse, weil es auf dieser Basis keine Gesprächs – bzw. Diskussionsgrundlage gibt.

Denn um was geht es eigentlich? Es geht darum eine gerechte Gesellschaftsordnung zu forcieren, bei der niemand u. a. aufgrund seines Geschlechts diskriminiert, benachteiligt oder bevorzugt werden darf.

Das gilt für alle Bereiche des Lebens, z.B. die Gleichbehandlung bei Einkommen, Partizipation an der Gesellschaft, Partizipation in der eigenen Community, die Deutungshoheit über den Koran, die Wahrnehmung von Ämtern und Funktionen und die Mitgestaltung des alltäglichen Lebens.

Selbst wenn sich die Dinge nicht sofort revolutionär verändern lassen, müssen sie doch zumindest diskutierbar sein und bleiben. Das ist eine der wenigen Möglichkeiten einen menschlichen Absolutheitsanspruch auszuschließen.

Der Islam hatte in seiner Frühzeit eine Diskussionskultur, von der wir uns im fortschreitenden 21. Jahrhundert immer häufiger wegbewegen und der Grund hierfür scheint in der Angst vor Machtverlust zu liegen. Das ist umso abstruser, als bisher niemand diese Macht wirklich inne hat. Wie also ist ein solch blinder Aktionismus zu erklären?

Begriff kommt von ‚Begreifen’
Dabei nehmen wir uns die Möglichkeit, Begriffe selbst mit eigenen Inhalten zu füllen. So ist z.B. islamisch-feministische Theologie nicht gleich zu setzen mit dem ‚Alice-Schwarzer-Feminismus’, auch nicht unmittelbar mit den Auffassungen in den christlichen Kirchen.

Wir haben das Recht, unsere eigene Definition zu erarbeiten, die ja kein Dogma oder eine göttliche Weisung darstellen, sondern eine Grundlage zur Diskussion, zum Weiterdenken.

Dabei wird auch keine Abqualifizierung vorgenommen, z.B., dass nicht-feministisch gleichbedeutend ist mit „schlechter“ oder „rückständig“. Es ist eben anders. Wenn theologisch gebildete Frauen sagen, dass sie sich nie als Feministin bezeichnen würden, ist das in Ordnung, solange sie es nicht aus Angst vor der allgemeinen Reaktion so halten.

Die Angst vor dem Feminismus aber sitzt tief und das nicht nur in muslimischen Kreisen.

Im Gegenteil, die unheiligen Allianzen, die sich das Patriarchat hierbei leistet, wären wahrscheinlich auf keinem anderen Gebiet möglich. Auch die anderen Religionsgemeinschaften zeigen, gerade auf der

Funktionärsebene, alles andere als Begeisterung, wenn ihnen von feministisch-theologischer Seite die alleinige Deutungshoheit über die eigenen Offenbarungsschriften streitig gemacht und eine Partizipation am theologischen Diskurs abverlangt wird.

Warum also sollten patriarchale muslimische Kreise anders reagieren?

Nun, vielleicht weil der Qur’ān einen Ausschluss von Frauen nicht vorsieht oder vielleicht, weil stets von eben dieser Funktionärsebene betont wird, dass man natürlich für die Gleichwertigkeit sei. Mancherorts ringen sich die VertreterInnen der patriarchalen Lesart sogar dazu durch, das Wort ‚Gleichberechtigung’ zu benutzen. Dies ist, so es denn ernst gemeint ist, durchaus als fortschrittlich zu werten.

Wie viel Dynamik geht einer Gesellschaft verloren, die sich nur auf alt eingefahrenen Strassen bewegt? Sind nicht gerade die Neugier und die Auseinandersetzung mit dem Neuen, dem Unbekannten etwas, was Gemeinschaften eine Öffnung und Toleranz beschert?

Grundsätzlich bietet der Islam in seinen Grundstrukturen keine Handhabe für eine Hierarchisierung innerhalb der Gesellschaft bzw. der Geschlechter, deshalb wird und wurde heute wie damals versucht, die Texte den eigenen Vorstellungen zu Diensten zu machen.

Bei vielen, auch in der Bundesrepublik, heute praktizierten Lebensweisen, lässt sich nachweisen, dass darin Gewohnheitsrechte (’Ada) verankert sind, dies aber ist eine Methode aus dem Islamischen Rechtsdenken, die durchaus ihre Berechtigung hat. Dies ist aber nur eine Seite der Medaille.

Es war und bleibt ebenso notwendig das Islamische Rechtsdenken diskursiv weiter zu entwickeln, so wie das in den unterschiedlichen Rechtsschulen in deren Anfangszeit geleistet wurde. Viele selbstverständliche frühislamische Möglichkeiten werden heute vernachlässigt – aus Angst vor Verlust.

In einigen Gesellschaften war es für das Patriarchat schier unerträglich, die Frau als nicht untergeordnet anzusehen und zu behandeln. Macht war ein Wert, den es um jeden Preis zu erhalten galt. In diesem Sinne wurden viele Qur’ānverse nicht unter Berücksichtigung anderer betrachtet und ausgelegt, sondern durch die Beiziehung von Traditionen.

Ersteres gilt als anerkannte Methode, um den ruh-at-tašri (den Geist der Schrift) erfassen zu können, während die zweite Methode eine eindeutig interessengeleitete ist. Übrigens sind dies alles Fragen, mit denen sich der Liberal Islamische Bund seit seiner Gründung durchweg beschäftigt.

Frauen und Männer bei der Wallfahrt in Mekka

Die negative Denkweise über den in Deutschland real existierenden Islam speist sich zum Teil vor allem aus dieser traditionellen Lesart und deren Umsetzung in einzelnen Gruppen und aus gängigen, oft medienbedingten, Vorurteilen. Auf administrativer Seite wird das nur allzu oft süffisant hingenommen. Wenn tatsächlich der grundgesetzliche Anspruch der Gleichberechtigung der Geschlechter auch ein Umsetzungswunsch in Bezug auf muslimische Menschen in diesem Lande ist – dann sollten auch diejenigen gehört werden, die solches, auch mit einer muslimischen Identität, ehrlich und authentisch fordern und fördern. Dabei kann es durchaus zu allgemein als unliebsam betrachteten Nebeneffekten kommen, aber – birgt Freiheit nicht immer ein Risiko?

Das gilt für beide Seiten – bei einer wirklichen Zur-Kenntnisnahme einer geschlechtergerecht ausgerichteten Lesart und alltäglichen Umsetzung qur’ānischen Denkens werden die ihr Ziel erreichen, denen es wirklich radikaldemokratisch aber auch basisch- islamisch um die Frauen geht.

Die Suche nach mutigen Menschen, die eine unabhängige Position einnehmen und dies auch vertreten – ungeachtet der sozialen Diskriminierung, die ihnen beidseitig droht.

Dabei ist es gleichgültig, welches Geschlecht solche Menschen haben und ob sie sich entsprechend diverser Forderung so oder so kleiden. Wichtig sind dabei die wirkliche Persönlichkeit und die uneigennützige Absicht denjenigen zu dem Recht zu verhelfen, das sowohl religiös als auch grundgesetzlich zugesichert wird.