Gebetszeiten März/April 2018

22. September 2017

April 2018NachreiseBild Nachtreise

10 Jahre – das Vereinsheim des Bürgervereins Lülsdorf und Ranzel

18. Februar 2018
Vor 10 Jahren wurde das Benefizium in der Burgstraße von der kath. Kirche gekauft und als Vereinsheim hergerichtet. Bilder aus der alten Webseite zeigen, wieviel ehrenamtliche Arbeit in die Renovierung dieses Hauses geleistet wurde.

Das Benefizium 10Das Benefizium 10-2Das Benefizium 10-3

Von 2006 bis 2016 habe ich die Webseite des Bürgervereins gestaltet und auf den neuesten Stand gebracht. Das hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Nach den Neuwahlen 2016 wurde die Webseite abgemeldet und durch diese ersetzt.

BV-01

http://bv-luelsdorf-ranzel.de/

Meine Gedanken zur Scharia!

17. Februar 2018

Scharia

von Elisabeth Mariam Müller,

Gesetze: Islamisches Recht ist alles andere als starr.

Es lasst Spielraum für Interpretationen

In der Wüste auf der Arabischen Halbinsel ist der Weg zur Wasserstelle der Weg zum Leben. Zu Zeiten des Propheten Mohammed vor rund 1600 Jahren wie heute ist in dieser unwirtlichen Gegend jeder dem Tod geweiht, der ihn nicht kennt. Im Arabischen gibt es für den „Weg zur Wasserstelle“ ein einfaches Wort: Scharia.

Der „Weg zur Wasserstelle“ ist für Muslime im übertragenden Sinn also nicht nur der Weg zum Leben, sondern der Weg zu Gott.

Wer die Vorschriften der Scharia achtet, der lebt ein Leben nach den Regeln des Allmächtigen. Er kann auf Rettung hoffen, selbst in trockensten Zeiten. So weit, so einfach.

Doch längst ist das Wort „Scharia“ zu einem Kampfbegriff geworden, in dem es um viel mehr geht. Wenn muslimische Extremisten in Pakistan oder Afghanistan die Scharia einführen wollen, dann suchen sie nicht den Weg zur Wasserstelle und zu Gott.

Der Ruf nach der Scharia ist Symbol für ihren Griff nach der Macht und ihren Kampf gegen die Moderne und die Einflüsse des Westens.

Das „Gesetz Gottes“ wenden sie in simplifizierter Form an. Es manifestiert sich in der Unterdrückung der Frau und archaischen Strafen: Hand abhacken bei Diebstahl, Steinigung bei Ehebruch. Fatalerweise ist es den Extremisten gelungen, die Interpretationshoheit über die Scharia zu gewinnen. Als Scharia gilt, was sie zur Scharia erklären. Abweichler werden des Abfalls vom Glauben bezichtigt.

Daher ist die Scharia längst nicht auf wenige, einfache und brutale Strafen zu reduzieren.

Im Gegenteil:

Sie ist ein komplexes Gebilde, über das sich Gelehrte in verschiedenen Teildisziplinen der islamischen Rechtswissenschaft (Fiqh) seit Jahrhunderten streiten. Aus der Scharia als von Gott geoffenbarte Ordnung ergibt sich beileibe kein starres, kodifiziertes und unveränderliches, geschweige denn ein in der islamischen Welt einheitliches Recht.

 

Die Scharia beruht zwar unter anderem auf dem Koran, die die Muslime als das vom Menschen unbeeinflusste Wort Gottes betrachten. Doch sind in dem Heiligen Buch nur wenige Normen und Regeln zu finden, die keiner Interpretation des Menschen bedürfen.

Vieles bleibt offen, vage oder ist gar nicht erwähnt. Selbst wenn eine Regelung eindeutig formuliert ist, bleibt häufig unklar, unter welchen Bedingungen sie gilt.

 Hier müssen die muslimischen Rechtsgelehrten mit eigener intellektueller Anstrengung zu Antworten kommen.

Auch wenn häufig das Gegenteil behauptet wird:

Das islamische Recht ist durchaus vom Menschen gemacht. Es kann sich deshalb auch an veränderte politische und gesellschaftliche Verhältnisse anpassen.

Manche Islamwissenschaftler sagen sogar: Die Regeln der Scharia sind immer so modern und so konservativ wie diejenigen, die das Wort Gottes auslegen.

So gibt es in der islamischen Welt ganz unterschiedliche Rechtstraditionen. Deutlich sind etwa die Differenzen zwischen Schiiten und Sunniten.

In der sunnitischen Rechtswissenschaft wiederum bildeten sich seit dem achten Jahrhundert n. Chr. vier große Rechtsschulen aus: die Hanafiten, die Malikiten, die Schafiten und die Hanabiten, jeweils benannt nach ihren Gründern. Weil sie unterschiedlichen Lehrsystemen folgen, kommen sie teilweise zu völlig unterschiedlichen Reglungen.

Das islamische Recht erhebt den Anspruch, nicht nur die Religion und ihren Ritus zu regeln, sondern alle Bereiche des menschlichen Lebens. Es befasst sich folglich mit Erbrecht, Ehe- und Familienrecht, Wirtschaftsrecht ebenso wie mit Straf-, Staats- und Verwaltungs- und Völkerrecht.

Dabei bewegen sich die Gelehrten nicht in einem luftleeren Raum, sondern sind an genau definierte Rechtsquellen gebunden. Fraglos ist der Koran der wichtigste dieser Quellen.

Beinahe ebenso bedeutend ist die Sunna, also die Worte und Taten des Propheten Mohammed, die als Vorbild gelten.

Beide Rechtsquellen sind für die Gelehrten jedoch mit erheblichen Problemen verbunden. Im Koran zum Beispiel ist die Mehrheit der Regeln und Normen nicht nur mehrdeutig festgelegt – teilweise sind sogar gegensätzliche Vorschriften zu finden.

So wird die Eigenschaft des Weins in Sure 16 gepriesen, während er in Sure 5 als „Gräuel von Satans Werk“ bezeichnet wird.

In solchen Fällen müssen die Rechtswissenschaftler entscheiden, welcher Vers einer Sure einen anderem abrogiert, also ungültig macht, zum Beispiel weil er Mohammed von Gott nach Auffassung muslimischer Experten später offenbart wurde.

So diskutieren die Rechtsgelehrten sehr lange die Frage, ob Alkohol generell oder nur Traubenwein verboten ist.

Widersprüchlich sind in vielen Fällen auch die Worte und Taten des Propheten.

Die Sunna wirft darüber hinaus noch ein ganz anderes Problem auf. Weil ihr ein so hoher Stellenwert eingeräumt wird, entwickelte sich eine aktive Fälscherindustrie, die erdachte Überlieferungen aus dem Leben Mohammeds in Umlauf brachte, um die eigene Meinung möglichst hieb- und stichfest zu untermauern.

Um diesem Problem Herr zu werden, entwickelte sich eine besondere Disziplin, die sich damit beschäftigt, „falsche“ von „richtigen“ Überlieferungen zu unterscheiden.

Eine Prophetentradition gilt nur dann als „wahr“, wenn die Überlieferungskette (Isnad) lückenlos ist und die einzelnen Überlieferer zuverlässig sind. Es liegt in der Natur des Menschen, dass die Gelehrten auch in diesem Fall zu sehr unterschiedlichen Ansichten gelangen.

Zwei Fachleute, drei Meinungen – dieses abfällige Urteil über die Konsensfähigkeit der Experten ist (nicht nur) unter Muslimen weitverbreitet.

Dies gilt umso mehr, da Koran und Sunna längst nicht ausreichen, um das Leben der Muslime umfassend zu regeln.

Beide Rechtsquellen können nur schwerlich beantworten, ob eine Frau Auto fahren darf, wie es in Saudi-Arabien diskutiert wurde. Gestützt auf Koran und Sunna gilt deswegen der Konsens der Rechtsgelehrten (Idschma) als weitere Rechtsquelle.

Dabei stellt sich jedoch die Frage, welche Experten überhaupt übereinstimmen müssen, und wie ein Konsens festgestellt wird. Eine eindeutige Antwort lässt sich nicht finden. Einen „Konsens“ über den Konsens gibt es nicht. Um zu gottgefälligen Normen und

Regeln zu kommen, dürfen sich die Rechtsgelehrten auch des Analogieschlusses bedienen – die Regelung eines Falles darf auf einen anderen übertragen werden, soweit die beiden Fälle vergleichbar sind. Das Gewohnheitsrecht spielt ebenso eine Rolle, jedenfalls wenn es anderen Rechtsquellen nicht widerspricht. Auch regional unterschiedliche Bräuche fanden Einzug in das islamische Recht.

Vor allem in den frühen Jahren des Islam – als sich die verschiedenen Rechtschulen herausschälten – war es unter den Rechtsgelehrten gang und gäbe, durch eigene intellektuelle Leistungen zu Regeln zu kommen. Idschtihat nennt sich dieses eigenständige Räsonnement in der arabischen Fachsprache.

Je mehr sich jedoch die Rechtsschulen ausformten und auch in Konkurrenz zueinander standen, desto bedeutender wurde seit dem 10 Jahrhundert der „Taqlid“. Die mehr oder minder kritiklose Übernahme der Entscheidungen, die die Rechtsautoritäten bis dahin gefällt hatten.

Das „Tor des Idschtihad“ schloss sich.

Umstritten unter Islamwissenschaftler ist jedoch bis heute, ob es gänzlich verrammelt war. Die islamische Reformbewegung, die sich im 19. Jahrhundert entwickelte, versuchte mit einigem Erfolg, es wieder aufzustoßen.

Islamische Reformer berufen sich heute im Wesentlichen auf den Idschtihad. Sie argumentieren, das islamische Recht müsse den Gegebenheiten der modernen Welt angepasst werden. Sie stoßen dabei auf heftigen Widerstand der Anhänger des Taqlid, die sich als Lordsiegelbewahrer der Tradition geben

 

Meine Aktivitäten in der Moschee Niederkassel 2003 – 2011

15. Februar 2018

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MUSLIMISCHE FEIERTAGE 2018

11. Februar 2018

Muslimische Feiertage Blatt 1Muslimische Feiertage Blatt 2Muslimische Feiertage Blatt 3Muslimische Feiertage Blatt 4Muslimische Feiertage Blatt 5

Lebensweg

6. Februar 2018

​Von der Genossin zur Muslima
Muslima ohne Kopftuch

Elisabeth Mariam Müller

Elisabeth Müller ist 2002 zum Islam übergetreten. Seitdem musste die frühere Katholikin gegen viele Widerstände ankämpfen. Heute betreibt sie Aufklärungsarbeit für ihre neue Religion und erklärt welche Gemeinsamkeiten die drei monotheistischen Religionen verbindet.

Bruch mit der katholischen Kirche

Ein Blick in Müllers Vergangenheit lässt allerdings staunen, dass gerade sie zum Islam gefunden hat. Als Kind sei sie „fundamentalistisch“ katholisch erzogen worden. Doch bereits 1972 wandte sie sich ab von ihrer alten Religion. Vor allem die Haltung des Vatikans das Verbot von Verhütungsmitteln in der Welt wollte sie nicht mehr mittragen: „Das ist in meinen Augen Mord“, sagt Müller. Seitdem sei sie immer auf der Suche nach ihrer Religion gewesen.

Durch ein Seminar an der Universität Bonn ist sie dann auf den Islam aufmerksam geworden. Sie war schließlich eine von acht, die ihr Islaminteresse zum festen Glauben machen wollten: „Irgendwann hab ich gemerkt, das ist das Richtige, die Religion des Friedens, der Liebe, der Barmherzigkeit“, erklärt Elisabeth Müller. Auch das Fehlen eines obersten Verantwortlichen wie dem katholischen Papst faszinierte sie.

Keine Akzeptanz von den Parteigenossen

Sie war zur Zeit der Konversion Mitglied des Rates der Stadt Niederkassel für die SPD, hier bekleidete sie hohe Ämter, war über 15 Jahr stellvertretende Fraktionsvorsitzende – Geschäftsführung und davor über 10 Jahre stellv. Vorsitzende des Ortsvereins.

Im Jahr 2002 sprach sie ihr Glaubensbekenntnis, behielt ihren Übertritt zum Islam zunächst aber für sich.
„Ich hab immer gesagt: Das ist meine ureigenste Sache, was ich glaube. Das geht niemanden etwas an.“
Nicht einmal ihrem Mann, einem Christen, hat sie sofort davon erzählt. Auch wenn der sie heute in ihrem Glauben unterstützt, war Müller besorgt, er würde versuchen, sie von ihrer Entscheidung abzubringen.

Dass diese Vorsicht angebracht war, zeigte sich in den Reaktionen ihrer Mitmenschen. Selbst die Genossen der SPD wollten Müllers Entscheidung nicht akzeptieren, als es im Jahr 2006 öffentlich wurde, dass sie sich zum Islam bekannte:
Alle Vorurteile trafen sie mit Härte. „Mit so jemandem könne man bei dem Frauenbild im Islam nicht zusammenarbeiten.“ Daraus hat Müller, nach 25 Jahren Mitgliedschaft in der SPD, Konsequenzen gezogen, ist sie ausgetreten. Ihren Sitz im Stadtrat hat sie bis zur Kommunalwahl Ende Oktober 2009 jedoch noch beibehalten.

Angriffe kontert sie mit links

Die Angriffe christlicher Mitmenschen kontert sie mittlerweile mit links: Abschottung, Frauenunterdrückung, Fundamentalismus – gibt es unter den Muslimen, das ist nicht zu leugnen. Aber hier hilft nur Aufklärung, viele Dinge werden aus Traditionen vollzogen und haben eigentlich mit dem Islam nichts zu tun.
Aufklärung heißt auch, den Koran im Kontext seiner Zeit zu lesen und zu verstehen und ihn in unsere Zeit zu holten.
Sie selbst bedeckt ihr Haar ausschließlich zum Beten, weil sie sich damit besser konzentrieren könne.
Das Symbol Kopftuch hält sie für überbewertet. Und trotzdem zollt sie den Muslimas Respekt, die das Kopftuch selbstbewusst tragen, entgegen aller Widerstände: „Ich hab das mal zwei Tage lang gemacht, bin mit Kopftuch in Bonn einkaufen gegangen und hab dann gemerkt, wie man behandelt wird. Das ist grausam.“

In der muslimischen Gemeinde in Niederkassel wurde Müller 2002 mit offenen Armen aufgenommen.

Sie ist dem Liberal islamischen Bund e.V. beigetreten und steht hinter diesen Grundsätzen.

Was ist der Liberal Islamische Bund

Im Frühjahr 2010 hat sich der Liberal-islamische Bund e.V. gegründet und wurde am 27. Mai ins Vereinsregister Köln eingetragen.Als Repräsentant muslimischer Bürgerinnen und Bürger sieht sich der LIB e.V. in der Verantwortung, die mehrheitlich liberalen Positionen des in Europa vorherrschenden Islamverständnisses zu vertreten.
Der LIB e.V.  bietet allen Bürgerinnen und Bürgern ein Forum, die sich wertschätzend mit islamischen, interreligiösen und gesellschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen wollen.
Er ist offen für einander widersprechende Blickwinkel im Sinne eines lernenden Selbstverständnisses zum Nutzen und zur Ermöglichung des gemeinsamen Erkenntnisgewinns.
Der LIB vertritt ein pluralistisches Gesellschaftsbild und bekennt sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Dementsprechend lehnt der LIB jegliche Form von rassistischer, u.a. antisemitischer, antichristlicher oder antiislamischer Auffassung ab.
Der LIB tritt darüber hinaus unter anderem konkret ein für

  • eine unvoreingenommene Auslegung religiöser Schriften wie dem Koran auch unter Einbeziehung historischer und sozialer Kontexte
  • die umfassende Geschlechtergerechtigkeit, sowie deren pädagogische und theologische Umsetzung
  • die Einführung eines flächendeckenden islamischen Religionsunterrichts in deutscher Sprache an öffentlichen Schulen

Mit der Gründung eines Bundes für die in Deutschland lebenden Musliminnen und Muslime ist der LIB e.V. Ansprechpartner und Ratgebender für Vertreter aus

  • öffentlichen Institutionen bzw. Verbänden
  • theologischen Gemeinden
  • politischen Gremien und Verwaltungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene
  • schulischen, universitären und anderen Bildungseinrichtungen und der
  • Wirtschaft

Sie hat mit Rabeya Müller und anderen liberalen Muslimen, die Muslimische Gemeinde Rheinland gegründet. Diese Gemeinde trifft sich regelmäßig in den Räumen der Martin-Luther-Kirche in Köln Süd. Das gemeinsame Gebet ist der Höhepunkt, das von der Imamin Rabeya Müller geleitet wird.

Sie gibt Islamunterricht – Religionsunterricht – für Menschen, die die Verkehrssprache deutsch haben, mit Erfolg. Berät Familien in schwierigen Lagen und gibt Hilfestellung.
Die fünf muslimischen Gebete gehören zu ihrem Alltag, sowie auch das Lesen  im Koran. Sie inzwischen als ganz normale Muslima anerkannt.

Naja, so ganz normal ist sie dann doch nicht. Denn so viel Werbung hat in der rheinischen Kleinstadt wohl nie jemand für den Islam gemacht, allen Vorurteilen zum Trotz.

Autor: Moritz Schröder — Redaktion: Stephanie Gebert – Text von mir ergänzt.
  • „Dann schaute ich in mein Herz, und da, wo ER wohnte, da fand ich IHN. Sonst war ER nirgends zu finden.
  • „Ich schaute in mein eigenes Herz. An diesem Ort sah ich ihn. Er ist an keinem anderen Ort.“
  • „Ich prüfte mein Herz, und dort verweilte er, als ich ihn sah. Er ist nirgends sonst zu finden.“

 

Rabeya Müller, die erste Imamin in Deutschland.

16. November 2017

Preis für einen weltoffenen Islam

ImaminRabeyaMueller

Gib eine Beschriftung ein

Die stille Heldin

Rabeya Müller macht kein Aufhebens um ihre Person. Sie ist Religionswissenschaftlerin, Imamin, Feministin und seit vielen Jahren Streiterin für einen liberalen Islam in Deutschland, der so recht nicht vorankommt

Setzt sie nach hinten, wie Allah sie nach hinten gesetzt hat.“

Rabeya Müller lächelt müde. Solche angeblichen Aussprüche des Propheten entlocken ihr nur noch ein vages Kopfschütteln. Für sie ist der Prophet Mohammed kein Frauenfeind. Deshalb steht sie auch irgendwelchen Hadithen – also überlieferten Aussagen des Religionsstifters zu Lebzeiten, die ein solches Bild belegen sollen – mehr als kritisch gegenüber.

„Das Traurige ist“, sagt die Imamin der MGR (Muslimische Gemeinde Rheinland), „dass viele die Schriften gar nicht kennen.“ Und schlimmer noch, die historischen Umstände und patriarchalischen Lebenswelten der Menschen nicht berücksichtigten, vor deren Hintergrund solche Niederschriften entstanden. „Das zu vermitteln ist immer wichtiger.“ Müller ist eine wirkliche Religionsgelehrte – und ja auch eine islamische Feministin der ersten Stunde, wie sie sich weltweit noch immer erst vorsichtig zusammentun. Lange bevor jedenfalls die Feministin und Rechtsanwältin Seyran Ates in Berlin sich der Religion zuwandte und im Sommer eine liberale Moschee gründete.

Der Aufschrei in der islamischen Welt um Ates war erstaunlich. Sogar die wichtigsten Gralshüter der Lehre in Kairo und Ankara ließen sich zu einer vernichtenden Fatwa (Rechtsgutachten) hinreißen und sprachen der kleinen Moschee die Legitimation ab. Vor allem aber dieser Frau, die es sich anmaßte, das Gebet zu leiten, gegen die offizielle Lesart des Koran. Ein Gebet, bei dem Männer und Frauen nebeneinanderstehen.

Das allerdings tut Rabeya Müller schon lange. Es ist Sonntagmittag und die erste Versammlung der liberal-islamischen Gemeinde in Köln nach einer längeren Pause. Treffpunkt ist wie immer der Konfirmandenraum der Lutherkirche am Volksgarten. Es wird ein Treffen zu viert – in einer ohnehin kleinen Gemeinde von 70 Personen. Hadi Schmidt-El Khaldi ist der Vorsitzende der Schar und sichtbar enttäuscht, dass es nicht wie sonst, wie er sagt, 30 Mitglieder werden. Auch Rabeya Müller selber hätte den ersten Termin fast vergessen. Lachend kommt sie herein, ein wenig vom Winde verweht, aber gleich in ihrer warmherzigen Art der Mittelpunkt.

Was ist anders hier als in Berlin? Eine evangelische Gemeinde als Gastgeber wie in der Hauptstadt. Ja. Aber kein Staatsschutz, keine sonnenbebrillten Bodyguards bewachen Müller oder die anderen. Kein Medien-Hype. Und doch sitzt auch hier eine Imamin der muslimischen Gemeinde vor – seit mehreren Jahren schon. Auch sie betet mit Männern. Allerdings mit Kopftuch, oder besser einem lockeren Tuch. Oder deutscher Michelsmütze, bei der der Hals bewusst unbedeckt bleibt. So als suche sie irgendwie den Kompromiss. Am Anfang wurde auch sie als Imamin angefeindet. Doch der große Bann blieb aus, weil die konservativen Verbände sie allenfalls für „irregeleitet“ halten. Aber gewiss nicht für einen Machtfaktor, den es zu bekämpfen gilt. Auch in Berlin hatte die große Erregung nichts mit der zahlenmäßigen Bedeutung der Gemeinde zu tun. Es war die Provokation, der Aufmarsch der Medien, der zählte. Seyran Ates ging es um die gezielte Infragestellung der Traditionalisten und Fundamentalisten. Es ging darum, den Orthodoxen die Deutungshoheit des Islam zu entreißen. Das war es.

Vergleichbares wollen allerdings auch die liberalen Muslime, die seit der Gründung des Liberal Islamischen Bundes (LIB) 2010 um die Aufmerksamkeit unter den dreieinhalb Millionen Muslimen in Deutschland ringen. Auf rund 300 Mitglieder haben sie es seitdem gebracht. Mehr nicht. Hat Müller dafür eine Erklärung? Offenbar, so scheint es, existiert jenseits der Konservativen und Fundamentalisten kein Bedarf. Müller: „Es gibt viele säkulare Muslime.“ Damit meint sie Muslime, die ihre Religion kaum praktizieren. Und deren Anteil steige. Zu einer beachteten Buchautorin mit regelmäßiger Medienpräsenz hat es immerhin die neben Müller zweite Mitbegründerin des LIB, die Religionspädagogin Lamya Kaddor, gebracht. Bedroht wird auch sie, aber überwiegend von rechts.

Und doch ist klar: Es gibt einiges, was die Liberalen von einer Seyran Ates Abstand nehmen lässt. In der Auffassung vom Islam wähnt man sich gar nicht so weit auseinander. Doch will niemand hier einen Schulterschluss. Und wer genau hinhört, kann hören, dass man einer Anwältin Ates die inhaltliche Kompetenz abspricht, für den liberalen Islam zu sprechen. Stattdessen sagt Schmidt-El Khaldi: „Das Laute ist nicht unsers.“ Anders als Ates, die die konservativen Verbände ausdrücklich für eine Gefahr hält, ihre Auffassung vom Islam für demokratie-, frauenfeindlich und desintegrativ, setzen die liberalen Muslime auf Kooperation. „Wir sind nicht gegen die konservativen Gruppen, wir gehen nur einen eigenen Weg und sind bereit zusammenzuarbeiten“, ergänzt Rabeya Müller. In der muslimischen Tradition habe es stets verschiedene Standpunkte gegeben. Das will man wieder klarmachen, diese Option verankern.

Dass die Konservativen das anders sehen, es bisher geschafft haben, dass sie allein als Ansprechpartner für die Politik gelten, ist für die kleine Schar der Liberalen empörend. Immerhin hatten Kaddor und Müller auf Basis ihrer theologischen Ausbildung Unterrichtsmaterial für den neu geschaffenen islamischen Bekenntnisunterricht beigesteuert. Aber in den Beirat für die Gestaltung der Lehrpläne und die Berufung der Islamlehrer wurden sie nicht geladen.

Für die Liberalen war das auch deshalb unverständlich, weil es sich bei den Verbänden in erster Linie um politische und soziale Interessenvertretungen handelt. Theologisch kompetente Ansprechpartner bei der türkischen Ditib, dem arabisch geprägten Zentralrat der Muslime oder beim Islamrat zu finden ist mühsam bis erfolglos. Von der neuen, CDU-geführten Landesregierung erhoffen sich die Liberalen, nun endlich auch als eine Stimme des Islam wahrgenommen zu werden.

Rabeya Müller ist ein eher leiser Mensch. Dass es sie nicht in die mediale Öffentlichkeit zieht, nimmt man ihr ab. Nach dem Abitur hat sie den Islam zu ihrer Religion gewählt und ist vom Katholizismus konvertiert. Nicht der Liebe wegen, eines muslimischen Mannes also, wie viele andere Konvertierte, sondern aus Überzeugung. Erst später hat sie einen Mann ihres neuen Glaubens geheiratet. Eine Schwiegertochter ist Türkin, und stolz ist sie besonders auf ihre Enkel. Rabeya Müller wuchs in einer Kleinstadt in der Eifel auf, verwurzelt und verbunden mit den Traditionen vor Ort. Da war es mutig, die einzige Muslima weit und breit zu sein. Und so ist ihr der Mut als Eigenschaft allmählich zugewachsen. Der Mut, sich außerhalb der Norm zu stellen. Nur dass sie sich theoretisch gleich mit einer ganzen Weltmacht angelegt hat, der religiösen Welt des orthodoxen Islam und der öffentlichen Dominanz von vielen alten und starr gläubigen Männern. Dass dieser Islam, diese Religion des klaren Monotheismus, ohne die üblichen irdischen Vermittler zwischen Gott und den Menschen auskommt, das hat sie immer fasziniert. Warum also sollte sie den unflexiblen Interpretationen dieser alten Nomenklatura folgen? Warum nicht stattdessen das Spirituelle betonen, an die frühen Mystiker und Reformer erinnern und die historischen Bezüge der alten Texte offenlegen? Dann passt für Müller der Islam auch zu ihrem Deutschland, zu Demokratie, Menschenrechten und Gleichberechtigung von Mann und Frau. Und so kämpft sie unerschütterlich um dessen Vielfalt – wie einst Sisyphos mit seinem Stein.

Rabeya Müller ist viel unterwegs, gefragt auf Kongressen, in Beiräten von Universitäten und interreligiösen Gremien, dazu Vizevorsitzende im Zentrum für Islamische Frauenforschung und -förderung in Köln. Nicht immer spielt die Gesundheit mit, vielleicht auch, weil ihr der Kampf am Ende doch mehr zusetzt, als sie das wissen lassen möchte. Und weil es ihr nahegeht, was seit Jahren nun obendrein die Fanatiker und Terroristen aus ihrem Islam gemacht haben. Im Vordergrund steht für sie deshalb die Arbeit in den Schulen. Und auch da ist für sie die Gefechtslage jenseits irgendwelcher Verdächtigungen klar. Müller geht es um das Prinzip des offenen Diskurses – anders als den großen islamischen Verbänden. Ditib und der Zentralrat der Muslime streben seit 20 Jahren eine Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts an – den christlichen Kirchen gleich. „Das wünsche ich mir derzeit nicht“, sagt Müller und bleibt dennoch zurückhaltend, was die jüngste Absage des Oberverwaltungsgerichts Münster an Zentralrat und Islamrat angeht. Ihr Urteil aber steht fest. Sie weiß warum. Im Beirat für den islamischen Unterricht wurden durch die orthodoxen Verbände jede Menge gute frühere Lehrer für Islamkunde abgelehnt. „Frauen zum Beispiel, die mit einem Christen verheiratet sind.“ Für Müller ist es ein Skandal, dass die Landesregierung das geduldet hat. Viele Islamkundelehrer wollten sich nun dem Gremium erst gar nicht vorstellen, sie lehnten es ab, von den Verbänden für die Lehrerlaubnis (Idschaza) begutachtet zu werden. Das scheint auch die Ursache dafür, dass es nur eine Handvoll Islamlehrer gibt – und es mit flächendeckendem Angebot für Bekenntnisunterricht vorerst nichts wird.

Für eine liberale Muslima wie Rabeya Müller muss Religionsunterricht in der Schule „ergebnisoffen“ bleiben. Und darf sich nicht ausschließlich an den Traditionen der Herkunftsländer der Eltern und Großeltern orientieren. Denn gerade das kritische Denken müsse geschult werden. Da täten sich islamische Gemeinschaften schwer, sagt die deutsche Konvertitin. Das zeige auch die Diskussion um die Frauenfrage, um Antisemitismus und Homosexualität. Zu stark sei der muslimische Alltag durch die Festlegungen auf haram (verboten) und halal (erlaubt) geprägt. „Wenn muslimische Kinder da ein gesundes Misstrauen hätten, wären wir schon weiter.“

„Zu uns kommen Leute, die suchen und über Theologie diskutieren wollen,“ sagt Schmidt-El Khaldi. Für eine Marokkanerin in der Runde war der liberale Kreis sogar ein religiöser Rettungsanker. „Wenn wir vielen als ketzerisch gelten: Genau deshalb bin ich hier,“ sagt sie. Und dann zeigt sie einen der großen Unterschiede auf. „Als ihr Sohn sich als homosexuell outete, war für sie klar, dass sie nicht mehr in die alte Moschee gehen konnte. „Wenn er schwul ist, dann ist er auch kein Muslim mehr“, sage man dort. „Bei den Liberalen vom LIB aber geht beides.“ Wichtig auch die Stellung der Frau. Frauen, die wichtige Aufgaben wahrnahmen, seien in der Tradition verankert. So habe Umm Waraqa, eine Gefährtin des Propheten, Männern wie Frauen gemeinsam vorgebetet, wie es eine glaubwürdige Überlieferung belege. Auch schließt Müller Ehen zwischen muslimischen Frauen und Christen – ein Tabu in der gesamten islamischen Welt. Außer neuerdings in Tunesien.

Es ist viel von Vernunft die Rede an diesem Sonntag im Konfirmandenraum der Lutherkirche. Und von der Eigenverantwortung des Menschen, wie der Koran sie postuliere. Wer wie die Konservativen Verhalten diktiere und Zuwiderhandlung mit Angst belege, wolle einen unmündigen Menschen. Das ist nicht Rabeya Müllers Islam.

Preis für einen weltoffenen Islam

Die Toleranzringe 2017 der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste erhält am 15. November die Kölner Imamin und Mitbegründerin des Liberalen Islamischen Bundes (LIB), Rabeya Müller. Geehrt wird sie als erste liberale Imamin in Deutschland. Müller habe sich intensiv für einen weltoffenen Islam und den interreligiösen Dialog in Deutschland eingesetzt. (awi)

aus dem Kölner Stadtanzeiger

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Bücher, die ich empfehlen kann

22. September 2017

Der verfälschte Islam
05BueDerverfaelschteIslamBuchtitel
Der verfälsche Islam
Professor Dr. Yaşar Nuri Ötztürk

Die größte Bedrückung dr Menschheit resultiert seit jeher aus der Verfälschung der Religion zu einer politischen Ideologie und deren Instrumentalisierung zum Betrug von Volksmassen – auch heute noch.“
Ein Beispiel aus dem Buch:Verfälschung : Die Sunna, (das sind die angeblichen Aussagen des Propheten) als halbe Religion anzusehen und mit dem Koran auf eine Stufe zu stellen
Die Propheten sind Gottes Gesandte, nicht seine Teilhaber. Daraus folgt zwangsläufig, dass man in der Religion die Worte und Taten nicht zum göttlichen Willen erklären darf.
Der Prophet Mohammad achtete peinlichst darauf, dass neben dem Koran keine andere Quelle zur sakrosankten Glaubensschrift erklärt wurde.
Es wurden tausende von Hadithen erfunden.
Die folgenreichsten Abweichungen und Verdrehungen in der Geschichte des Islams wurden im Zusammenhang mit den Frauen und Rechten der Frauen vorgenommen.
Man hat nach dem Tod des Propheten, die vorislamischen frauenfeindlichen heidnischen Gebräuche wieder in die Religion geholt und die abstrusesten Rechtfertigungen gefunden.
Zu behaupten der Islam befehle Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit, stammen auch aus der vorislamischen Zeit und ist nicht im Koran zu finden.
Sehr sehr lesenswert.

Nehmt den Männern den Koran
05BueNehmtdenMaennerndenKoran
„Nehmt den Männern den Koran!“
Nahed Selim

Frauen haben zu schweigen, wenn es um den Islam geht. Damit will ich Nahed Selim nicht abfinden: „Sie will Muslima sein und trotzdem emanzipiert, sie möchte selber bestimmen, was sie glaubt. Couragiert entreißt sie den Männern den Koran. In keiner Sure steht, dass Frauen Schleier tragen müssen, die meisten Regeln zur Unterdrückung der Frauen sind im Lauf der Jahrhunderte von den – ausschließlich männlichen – islamischen Theologen in den Koran hineingeschmuggelt worden.

Die muslimischen Frauen werden durch Fehlinterpretationen, angeblich authentische Texte und falsche Übersetzungen unterdrückt.

Nahed Selim ruft die Frauen auf, selber den Koran zu lesen und zu interpretieren: der längst überfällige Beginn einer weiblichen islamischen Theologie.

Denn der Blick der Frauen auf den Koran ist aufregend anders.

Ein Aufruf, der Mut macht. Im Namen des Islam werden Muslimas in aller Welt missbraucht, eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht – gerechtfertigt durch die von männlichen Theologen vollzogene Auslegung des Korans. Doch Nahe Selim, selbst gläubige Muslima, räumt mit den jahrhundertlangen Fehlinterpretationen auf und zeigt einen anderen Islam: eine Religion, die Männer und Frauen gleichberechtigt sieht und eine Verbindung von Glaube und Moderne eröffnet.

Es geht doch!Es geht doch_20160131_0001Es geht doch!
Doris Schulz / Dirk Chr. Siedler

Die hier gesammelten Erfahrungsbericht stellen ein Kaleidoskop des christlich-islamischen Dialoges in der Evangelischen Kirche im Rheinland dar, zu der Regionen und Städte mit hohem Ausländeranteil gehören.

„Christen und Muslime können zu einem gemeinsamen Handeln für die Menschen kommen (….), sei es an Runden Tischen der Religionen, in Bündnissen vor Ort oder bei gemeinsam getragenen Projekte in der Jugend- und Frauenarbeit. Die Zukunft unserer Gesellschaft werden wir nur gemeinsam gestalten können. Auch dazu ermuntert dieses Buch.“ Ehem. Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Theas Stein
Thea Jacobys Stein
Theas Stein
Ulrich Kasparick

Das Buch „Theas Stein“ zeichnet die Geschichte der jüdischen Familie Jacoby aus Hetzdorf (Uckermark) anhand von neuen Dokumenten nach und stellt sie zur Diskussion mit der Generation der Urenkel. Es ist die Geschichte von einem anerkannten Bürger, den man mitsamt seiner Familie zunächst geächtet, dann enteignet und schließlich umgebracht hat. Das Buch will die Erinnerung an Menschen, die in der Uckermark gelebt haben und verfolgt wurden, wach halten

400 Fragen zum Islam/400 Antworten
400 Fragen zum Islam400 Fragen zum Islam400 Antworten
Yaşar Nuri Öztürk

Der in der Türkei sehr populäre Theologe Yasar Nuri Öztürk geht in seinem Werk ein breites Spektrum von Fragen an. Diese reichen von den Grundlagen des Islam zum islamischen Recht bis hin zur Ethik. Seine Antworten stehen oft in krassem Gegensatz zu der traditionellen Gelehrtenmeinung in der islamischen Welt. Seine Argumentation baut auf den Koran als einzig wahre Quelle und auf den Menschenverstand auf; alles was außerhalb dessen steht sei Aberglaube und sei somit abzulehnen. Öztürk gilt deswegen als ein Vertreter des “ modernen “ und “ liberalen “ Islam

Biblische Stätten in der Türkei
BiblischeStaettenTuerkei
Biblische Stätten in der Türkei
Everett C. Blake + Anna G. Edmonds

Die Türkei als Land des Nahen Ostens ist ein wichtiger Teil der Bühne, auf der sich die Geschichte der westlichen Welt abgespielt hat.
Hier befinden sich einige der frühesten Zeugnisse, wie Menschen um die Herrschaft über die ganze Erde rangen.
In dieser Region haben sich die drei großen monotheistischen Religionen, der jüdische Glaube, das Christentum und der Islam entwickelt.
Bei einem Besuch in der Türkei habe ich das Land als „Aha“-Land  erlebt.
Viele der Ereignisse habe ich nicht mit der Türkei verbunden, musste mich aber eines besseren belehren lassen..

Wüstenblume
Wuestenblume
Wüstenblume
Waris Dierie

Vom Nomadenleben in der somalischen Wüste auf die teuersten Designer-Laufstege der Welt – ein Traum. Und ein Alptraum, denn Waris Dirie wurde im Alter von fünf Jahren Opfer eines grausamen Rituals: Sie wurde beschnitten.
In »Wüstenblume« bricht sie ihr jahrelanges Schweigen und erzählt ihre Geschichte. Heute kämpft sie als UNO-Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmelung, die täglich 6000 Mädchen weltweit erleiden müssen.
»Ich weiß, dass ›Wüstenblume‹ eine wichtige Botschaft hat, die von allen Menschen geteilt wird: die Achtung vor der menschlichen Würde.«
Waris Dirie

Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen
Nach Afghanistan
Nach Afghanistannkommt Gott nur noch zum Weinen.
Siba Shakib

Auf einer ihrer zahlreichen Reisen nach Afghanistan, dem Land unter dem Hindukusch, begegnet die Dokumentarfilmerin Siba Shakib in einem Flüchtlingslager Shirin-Gol. Sie ist spontan gefesselt von der Kraft und Ausstrahlung dieser Frau, die ihr ihr Leben erzählt – ein Leben, das exemplarisch ist für das Schicksal Tausender afghanischer Frauen

Gott glaubt an den Menschen
Gott glaubt an den Menschen
Gott glaubt an den Menschen
Mouhandad Khorchide

Ich habe das Buch in einer Nacht gelesen und war begeistert.
Der Autor zeigt die Probleme des Islam auf, versucht Lösungsansätze aufzuzeichnen und zeigt wie viel humanistisches Potenzial im Islam steckt.

Eine Rezension von Prof. Dr.Dr. Peter Eicher, kath u. ev. Theologe, Uni in Paterboron von 1977-2008

Salafismus in Deutschland
SalafismusinDeutschland
Salafismus in Deutschland
Thorsten Gerhard Schneiders

Der Islamwissenschaftler Thorsten Gerhard Schneiders aus Duisburg hat ein Buch über den Salafismus in Deutschland verfasst.
Als klar wurde, dass sich der Salafismus in Deutschland rasant ausbreiten und zum dauerhaften Problem werden würde, war für den Islamwissenschaftler der Zeitpunkt gekommen, ein Buch darüber zu machen. Er stellte das Buch auf  eine breite fachliche Basis – es finden sich fachliche Texte darin, aber auch Erfahrungsberichte von Menschen, die unmittelbar mit Salafisten zu tun hatten oder sogar selbst Teil der Szene waren.

Gottes Menschenwort
GottesMenschenwort
Gottes Menschenwort
von Nasr Hamid Abu Zaid

Gottes Menschenwort von Abu Zaid. Ein wichtiges Buch!

Diese Texte sind wohl einige der wichtigsten zeitgenössischen Auseinandersetzungen mit dem Islam.

Auf hohem Niveau analysiert hier ein gläubiger Muslim den Koran als an Menschen gerichtetes Wort Gottes.

Nicht nur Gott, sondern auch der Adressat dieser Worte spielt dabei eine Rolle.

Abu Zaid ermöglicht damit einen auf moderner Hermeneutik basierenden wissenschaftlich-kritischen aber dennoch gläubigen Blick auf den Koran und die Religion des Islam. Für alle, die sich näher mit fortschrittlichen Interpretationen des Koran beschäftigen wollen, ein unschätzbar wichtiges Buch!

Zum Töten bereit
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 „Zum Töten bereit –
Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen“
Lamya Kaddor
bekam  für dieses Buch den Preis
„Das politische Buch“ des Jahres 2016
der Friedrich-Ebert-Stiftung

»Wir sehen uns im Paradies«, schrieben die fünfzehnjährige Sabina und ihre Freundin Samra an ihre Eltern, bevor sie spurlos nach Syrien verschwanden. Ahmed C. ist in Ennepetal geboren und liebte Fußball – bevor er sich als Selbstmordattentäter in Bagdad in die Luft sprengte. Über fünfhundertfünfzig deutsche Dschihadisten, der jüngste von ihnen dreizehn Jahre alt, sind bislang in Richtung Kriegsgebiet ausgereist. Vor allem in den Reihen der brutalen Terrormiliz IS wollen sie als »Gotteskrieger« dienen, während ihre Freunde zu Hause in Deutschland einen Schulabschluss machen. Die islamische Religionslehrerin und Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor kennt persönlich mehrere junge Menschen ― darunter einige ihrer Ex-Schüler ―, die auf der Suche nach Anerkennung und Akzeptanz der Dschihad-Romantik verfallen sind. Sie berichtet von einer orientierungslosen Generation und erklärt, was wir tun können und müssen, um die Radikalisierung unserer Kinder zu stoppen. »Sie sollen meine kritische Stimme im Kopf behalten, die sagt: «Lass den Schwachsinn!« Lamya Kaddor

Lexikon des DialogsLexikondesDialogsLexikon des Dialogs
Eugen-Biser-Stiftung

In Zeiten von Migration und Globalisierung wächst die Prägekraft der Religionen. Doch es wächst auch die Irritation, die sich aus dem Zusammentreffen der Religionen ergibt. Das Lexikon des Dialogs unternimmt erstmals das Wagnis, eine christliche und eine muslimische Sicht auf die eigene Religion nebeneinander zu stellen. Theologen aus Deutschland und der Türkei erklären die Grundbegriffe ihrer Religion, stellen sie nebeneinander und laden so ein, das Eigene und das Fremde besser zu verstehen. Eine unerlässliche Orientierung für das Zusammenleben von Christen und Muslimen in einer demokratischen Gesellschaft.

Zwíschen Koran und Kafka
ZwischenKoran+Kafka
Zwíschen Koran und Kafka
West-östliche Erkundungen
Navid Kermani

Was hat das schiitische Passionsspiel mit Brechts Theater zu tun? Welche Gedichte verdankt Goethe dem Koran? Wie hängt Ibn Arabis Theologie des Seufzens mit dem „Ach!“ der Alkmene zusammen? Und warum identifizierte sich der iranische Dichter Hedayat mit dem Prager Juden Kafka? Navid Kermani lässt auf faszinierende Weise die vertrauten Grenzen zwischen Orient und Okzident verschwinden. Selten zuvor ist so elegant – und politisch so aktuell – demonstriert worden, was Weltliteratur ist. „Wer sich selbst und andere kennt, Wird auch hier erkennen: Orient und Okzident, Sind nicht mehr zu trennen.“ Navid Kermani nimmt Goethes berühmten Vers beim Wort. Er liest den Koran als poetischen Text, öffnet die östliche Literatur für westliche Leser, entdeckt die mystische Dimension in den Werken Goethes und Kleists und erschließt die politische Bedeutung des Theaters von Shakespeare über Lessing bis Brecht. Der Name Navid Kermani steht für eine literarische Weltläufigkeit, die ihre Gegner kennt: Das sind alle, die Religionen und Kulturen mit Gewalt voneinander abschotten, sie gegeneinander ausspielen wollen. Die persönliche Aneignung der Klassiker verleiht seinen Texten jene aktuelle Brisanz, die Weltliteratur noch dort ausmacht, wo sie von den privatesten Gefühlen erzählt. Denn um Liebe geht es Zwischen Koran und Kafka selbstverständlich auch.

Fiqh
Fiqh
Fiqh – Einführung in die
Normenlehre
Ali Ghandour
Studienreihe Islamische Theologie Band 2

Fiqh- Im zweiten Band der Studienreihe „Islamische Theologie“ führt Ali Ghandour auf übersichtliche und kompakte Art und Weise in die islamische Normenlehre ein. Nach einem allgemeinen Überblick über die Normenlehre und ihre Komponenten werden die wichtigsten Rechtsschulen vorgestellt, bevor auf die Methodologie und abschließend auf die verschiedenen Quellenbeschaffenheiten eingegangen wird. Mit diesem zweiten Band der Reihe wird ein weitere Grundlage zur Verankerung der islamischen Theologie in der akademischen Landschaft bereitgestellt, das sowohl Studierenden als auch Fachvertretern sowie einem breiten Allgemeinpublikum den Einstieg in eine der grundlegenden Disziplinen des Islams ermöglichen wird.

Sira
Sira
Sira- Einführung in die Prophetenbiografie
Amir Dziri
Studienreihe Islamische Theologie Band 1

Sira- Einführung in die Prophetenbiografie“ ist eine gelungene Überführung der einschlägigen muslimischen Prophetenbiografie in den gegenwärtigen Forschungsdiskurs zur Frühgeschichte des Islams. Dabei zeichnet sich das Werk insbesondere durch seine erstmalige Behandlung methodischer, analytischer und theologischer Ansätze aus. Als Bestandteil der Studienreihe „Islamische Theologie“ ist das Werk zudem ein wertvoller Beitrag zur Bildung einer muslimisch-theologischen Grundlagen- und Nachschlageliteratur. Seine Handhabe ist speziell auf die Bedürfnisse einer studentischen Leserschaft sowie eines fachinteressierten Publikums konzipiert und somit besonders leserfreundlich

Ausschwitz
Auschwitz
Auschwitz
Zeugnisse und Berichte
Prof. Dr. H. G. Adler, Hermann Langbein, Dr. Ella Lingens-Rainer, Dr. Katharina Stengel

Die 1962 von den Herausgebern zusammengestellten »Zeugnisse und Berichte aus Auschwitz«, die anlässlich der 50. Wiederkehr der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Januar 2015 wieder aufgelegt werden, sind nach wie vor eine der umfassendsten Dokumentationen der Wirklichkeit im größten nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager: So werden die zermürbende Arbeit, der Kampf um das Überleben, die Grausamkeit der Capos, Folter und Tod dokumentiert. Aber auch Zeugnisse von Widerstand und Selbstbehauptung in dem von der SS beherrschten Lager. Katharina Stengel gibt in ihrer Einführung zur Neuausgabe eine biografische Vorstellung der Herausgeber, beschreibt die schwierige Entstehungsgeschichte der Publikation, die Bedeutung, die ihr Anfang der 60er Jahre in der Bundesrepublik zukam, sowie deren Rezeptionsgeschichte. Prof. Dr. H. G. Adler (1910 1988) arbeitet nach dem Krieg als Schriftsteller. Hermann Langbein (1912 1995) arbeitete in Häftlings-Komitees und schrieb mehrere Bücher über Auschwitz. Dr. Ella Lingens-Rainer (1908 2002) veröffentlichte 1947 einen Bericht über Ihre Lagererfahrungen. Dr. Katharina Stengel veröffentlichte 2012 eine Biographie über Hermann Langbein.

Der Weg nach Mekka
DerWegnachMekka
Der Weg nach Mekka
Muhammad Asad

Dieses Buch gehört zu meinen Lieblingsbücher, nicht nur, dass die Lebensgeschichte von Muhammad Asad spannend ist, auch seine Ausführungen, wie er den Weg zum Islam gefunden hat, war spannend zu lesen.
Das Buch will nicht den Leser vom Islam überzeugen, sondern ist lediglich eine sehr spannende Autobiograhie eines bedeutenden Menschen.
Aber es ist ein Buch für Menschen, die denken und sich mit dem Islam auseinander setzen wollen.

Der Aufbruch
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Der Aufbruch
Plädoyer für einen aufgeklärten Islam
Irshad Manji

Die Autorin ist eine gemäßigte Muslima, die um Ausgleich und Toleranz der Muslime mit den Nicht-Muslimen bemüht ist. Ihr Anliegen ist die dringende Reform des Islam. Sie dürfte dabei keine Probleme mit der freien Welt haben. Aber wie stellt sie sich das in der Praxis der islamischen Länder vor? Ihre Geradlinigkeit und ihr Mut diese Dinge anzusprechen, nötigt Respekt ab.

Die Bibel
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Die Bibel
nach der Übersetzung von Martin Luther
mit Apokryphen

Dies ist einer meiner wichtigsten Bücher und gehört einfach zu meinem Bücherschatz

Die Botschaft des Koran
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Die Botschaft des Korans
 Muhammad Asad.

Das Gerücht hält sich hartnäckig: Im Koran steht die Wahrheit über die Muslime. Was er sagt, das denken sie, danach handeln sie. Und zwar alle, mehr oder weniger, offen oder verhohlen. Und es sind garstige Dinge, die wir da lesen, wilde Drohungen, archaische Sitten, festgeschrieben vor 1400 Jahren für alle Zeit.
Bevor wir in die Versuchung geraten, uns dem Vorschlag von Geert Wilders und der AfD anzuschließen und den Koran verbieten zu lassen, empfiehlt es sich, sich ein eigenes Urteil zu bilden und einen deutschen Koran zu besorgen.
Nur welchen?
Waren nach dem 11. September 2001 alle Koranübersetzungen vergriffen, so herrscht heute ein Überangebot.
Diesen Koran empfiehlt Dr. Murad Wilfried Hofmann, ehemaliger Deutscher Botschafter in Algerien und Marokko und ist zum Islam übergetreten.

Gott ist schön
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Gott ist schön
Das Ästhetische Erleben des Korans
Navid Kermani

Die musikalische Rezitation des Korans ist für Muslime eine ästetische Grunderfahrung und Ausgangspunkt faszinierender Gedankenreisen.

Das Werk führt den Leser in wesentliche Bereich des Islams und grundsätzlich in die Beziehungen von Kunst und Religion und religiöser Erfahrung ein.

Das Buch macht manche Facetten des Islam verständlicher. Wenn Sie sich für den Islam interessieren und nicht nur eine Kurz-Info suchen, bietet dieses Buch viele interessante Fakten zur Entstehung und vor allem Rezeptionsgeschichte des Koran und Anregungen zum weiteren Nachdenken (auch in der Gegenüberstellung zum Christentum).

Der unvergleichliche Stil Kermanis, seine Fähigkeit, dem Leser die Ästhetik des Korans auf frappierende Weise nahezubringen, machen das Buch dennoch zu einem Lesevergnügen und Erlebnis der besonderen Art.

Ein Leben mit dem Islam
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Ein Leben mit dem Islam
Dieses Buch hilft, Islam und Islamismus zu unterscheiden
von Nasr Hamid Abu Zaid – erzählt von
Navid Kermani

Dieses Buch zeigt in hervorragender Weise den Unterschied zwischen dem islamischen Glauben und der politischen Bewegung des Islamismus.

Es macht deutlich, dass letztere im Grunde erst im Zusammenhang mit der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Krise der arabischen Welt entstand, die auch Folge des Kolonialismus und der imperialistischen Politik der ersten Welt ist.
Abu Zaid zeigt, dass der Islamismus den Koran als ein politisches und juristisches Lehrbuch missdeutet und damit seines religiösen Inhalts beraubt.
Er zeigt am Beispiel seiner Kindheit, dass der originale Islam eine von tiefem Glauben und menschlicher Solidarität geprägte Religion ist und von den Islamisten auf die Frage erlaubt/nicht erlaubt reduziert wird.
Man kann dieses Buch allen empfehlen, die sich intensiver mit dem Islam beschäftigen möchten.

Mohammed und die Zeichen Gottes
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Mohammed und die Zeichen Gottes
Nas Hamid Abu Zaid
erzählt von Hilal Sezgin

Dass Islam ein festgefügter Block ist, der im Widerspruch zu Vernunft und Aufklärung steht, wird oft genug behauptet. Wie komplex „der Islam“ ist und dass es sehr wohl Muslime gibt, die versuchen, einen „modernen“ Zugang zu ihrer Religion zu finden, ohne ihre islamischen Glaubensgrundsätze aufzugeben, wird gerne verdrängt.

Dieses Buch gibt einen gut lesbaren und verständlichen Einblick in die Gedankenwelt eines aufgeklärten Muslims, der nicht zum Verteidigen, sondern zum Verstehen aufruft. Das Buch ist nach Themenkreisen geordnet. Dabei dürfen natürlich Reizwörter wie Gewalt, Scharia und Kopftuch nicht fehlen, aber auch Umweltfragen oder der Zusammenhang zwischen Gut und Böse werden neben vielen anderen Themen angesprochen.

Kein Gott außer Gott
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KEIN GOTT AUSSER GOTT
Der Glaube der Muslime von Anfang bis zur Gegenwart
Reza Aslan

 erzählt in diesem brillant geschriebenen Buch die Geschichte des muslimischen Glaubens vom Propheten Muhammad bis zur Gegenwart. Dabei gelingt es ihm meisterhaft, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Treffende Geschichten, Beispiele und Portraits vermitteln einen höchst lebendigen Eindruck von der ersten muslimischen Gemeinde in Medina, den Rivalitäten zwischen Sunniten und Schiiten oder der islamischen Mystik. Aber das Buch ist mehr als ein anschaulicher historischer Überblick: Aslan erklärt, warum der Islam gegenwärtig zwischen Traditionalisten und Reformern gespalten ist, und tritt für eine islamische Aufklärung ein.
Über den Autor
Reza Aslan, geb. in Iran, ist Islamwissenschaftler an der University of California, Santa Barbara. In den USA ist er vor allem durch seine Beiträge für große Zeitungen bekannt (New York Times, Los Angeles Times, Washington Post u.a.). Für seine wissenschaftliche und literarische Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet

Scharia – der missverstandene Gott
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Scharia – der missverstandene Gott
Der Weg zu einer modernen islamischen Ethik
Prof. Mouhanad Khorchide

Scharia. Ein Begriff, was nicht nur in der Öffentlichkeit Angst und Schrecken verbreitet, sondern auch durch die Art und Weise der Praxis als solches was man darunter verstanden hat, führte letzten Endes auch Muslime durch die archaische Anwendung in Angst und Schrecken.

Prof. Dr. Mouhanad Khorchide gelingt es in seinem neuen Buch “Scharia – der missverstandene Gott” nicht nur hermeneutische Denkansätze erfolgreich darzustellen, sondern auch “die missverstandenen Begriffe” die zu einem “missverstandenen Gott” geführt haben, mit starken Primärquellen aus dem Koran und der Sunna zu erläutern.
Mit vielen  Beispielen ist es dem Islamwissenschaftler gelungen, aus dem Koran selbst den Begriff “Scharia” zu definieren. Denn es kann nicht von juristischen Mitteln die Rede sein.
Einer seiner mutigsten Schritte war eine kritische Auseinandersetzung der Hadithwissenschaft. Er kritisiert die im sunnitischen Islam für “unantastbar” geltenden Autoritäten wie die Sammlungen von Bucharyy und analysiert die Niederschrift der Hadithe, deren Quellen ebenfalls eine Authentizität bei den Sunniten darstellen.
Es führt tatsächlich kein Weg daran vorbei, dieses kritisch zu hinterfragen um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass die “Sunna in einer politisch sehr angespannten Lage systematisch gesammelt und verschriftlich wurde“.

Islam ist Barmherzigkeit
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Islam ist Barmherzigkeit
Grundzüge einer modernen Religion
Mouhanad Khorchide

Am 20. Juli 2010 bekam Khorchide die Professur für Islamische Religionspädagogik der Universität Münster zur Ausbildung islamischer Religionslehrer.
Der Autor möchte die Theologie der Barmherzigkeit als Alternative zu einer in der islamischen Welt sehr verbreiteten Theologie des Gehorsams und der Angst auf eine einfache und auch für Laien verständliche Weise darlegen.
Er sieht im Islam eine Botschaft der Barmherzigkeit …
Die Eigenschaft Gottes, mit der Gott sich selbst im Koran darstellt ist die Barmherzigkeit. Es ist erstaunlich, dass dieser Gott, der absolut Barmherzige, in der islamischen Theologie und im Volksglauben kaum wahrgenommen wird.

Dieses Buch zeigt eine andere Sichtweise vom Gott. Auch das interpretieren vom Koran anders als die bisherigen Lektüre.
Sichtweise zu den anderen Religionen ist auch ganz anders. Vor allem steht hier der Mensch im Mittelpunkt. Es ist egal welche Religionszugehörigkeit
die Menschen haben.
Jeder der sich mit den Religionen beschäftigt sollte dieses Buch lesen.
Besonders die Jugend sollten sich mit diesem Buch auseinander setzen.

So FREMD und doch so NAH
05BueSo Fremd und doch so Nah

 

„So fremd und doch so nah“
Juden und Muslime in Deutschland
Lamya Kaddor + Michael Rubinstein

Das Buches beschreibt treffend das Verhältnis, zwischen vielen Juden und Muslimen in Deutschland. Als Minderheiten in der deutschen, christlich-abendländisch geprägten Gesellschaft könnten sie einen Schulterschluss vollziehen und gemeinsam mit starker Stimme sprechen. Doch das findet nach Auffassung der beiden Autoren, Lamya Kaddor und Michael Rubinstein, viel zu selten statt. Mit ihrem Buch wollen sie das ändern und sprechen sogar von einem „einmaligen Experiment in Deutschland.“

Jedem Kapitel ist eine thematische Einführung eines der beiden Autoren vorangestellt, sodass gleich ein inhaltlicher Zusammenhang zu dem darauf folgenden Gespräch hergestellt ist. Gerade diese Einführungstexte lassen einen Blick in das Innere der zwei Minderheitenkulturen zu. In diesen kurzen Essays wird lebhaft und faktenreich geschildert, was die Autoren bewegt. So äußert sich Michael Rubinstein zu dem Fakt, dass antijüdische Tendenzen und hohler Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind:

SAPHIR 5/6 + SAPHIR 7/8

SAPHIR 5/6 + SAPHIR 7/8
Lamya Kaddor Rabeya Müller Prof. Harry Harun Behr

Die Autor_Innen bringen nicht nur ihre Sachkompetenz, sondern auch ihre Unterrichtserfahrungen in einer didaktisch soliden und zugleich methodisch ansprechenden Weise in dieses Schülerbuch ein. Damit ist ein weiterer Baustein für den deutschsprachigen Islamunterricht gelegt.
Und die Autor_Innen scheuen auch nicht heikle Themen, die manchem Fundamentalisten wohl etwas den Atem nehmen dürften.
Aber dieses Buch ist schließlich für Jugendliche mitten in der Pubertät gemacht und dürfte muslimischen Schüler_Innen in ansprechender Weise Motivation bieten, sich mit der eigenen Glaubenstradition auseinander zu setzen und vielleicht auch neuen Zugang zur Lebenswelt eines vielfältigen Islam zu finden. Dieses Buch kann auch eine Hilfestellung für Eltern der Jugendlichen sein.

Wer war Mohammed? Was steht im Koran? Ein neues Schulbuch für den Islamunterricht klärt jetzt in vielen Bundesländern darüber auf. Das Buch soll bei der Integration helfen – und zeigen, was es heißt, Muslim in Deutschland zu sein.

Große bunte Bilder, einfache Texte und ein reicher Fundus an Sachwissen: „Saphir“, das erste Schulbuch für den Islamunterricht, wird erstmals an Schulen in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Bremen und Niedersachsen eingesetzt. Fünft- und Sechstklässler sollen damit die Botschaft des Koran verstehen lernen.

Islamunterricht gibt es bisher nur vereinzelt an deutschen Schulen. Vorreiter ist Nordrhein-Westfalen. Dort wird Islamkunde schon seit 1986 angeboten, seit 1999 auch als eigenständiges Unterrichtsfach in deutscher Sprache

Rund 65 muttersprachliche Lehrer und 20 Islamwissenschaftler unterrichten etwa 8000 Schüler an 120 Schulen, so das NRW-Schulministerium. Bislang konnten sich die Lehrer für ihren Unterricht jedoch nur an einem Lehrplan orientieren und weitergehende Materialien in Fortbildungen erarbeiten. Das sei ein deutlicher Mangel gewesen, sagt „Saphir“-Mitherausgeberin Lamya Kaddor, die auch Islamkunde an einer Hauptschule in Dinslaken lehrt. „Lose Papiersammlungen ersetzen kein Schulbuch“, betont sie.

Das Buch soll aber nicht nur den Unterricht erleichtern, es sei „auch ein politisches Signal“, so Kaddor. „Saphir“ solle ein Zeichen setzen, um Islamunterricht als Schulfach christlichem Religionsunterricht gleichzustellen. Die bisherige Islamkunde sieht Kaddor als „Übergangsmodell“. Islamunterricht wird bislang vor allem als Sachunterricht mit informierendem, neutralem Charakter erteilt.

Der Koran für Kinder und Erwachsene
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Der Koran für Kinder und Erwachsene
Lamya Kaddor, Rabeya Müller, Karl Schlamminger (Illustrator)

Dieser Koran ist ein tolles Buch für alle diejenigen, die sich ganz neu mit dem Koran befassen, bisher eher keinen Zugang gefunden haben und verwirrt waren von dem so völlig anderen Aufbau im Vergleich zu narrativ und konsekutiv erzählenden Büchern wie beispielsweise auch der Bibel. Ohne genaue Einführung in den Koran, oder noch besser einer Software, die es ermöglicht Verse nach Themen zu sortieren, fällt das Lesen des Koran in der Originalreihenfolge aller bisher auf dem Markt vorhandenen deutschen Übersetzungsversuche tatsächlich schwer.

Pädagogisch äußerst feinfühlig, was die zu erwartende Leserschaft dieser Koranübersetzung angeht, haben die Autoren es hier verstanden, den Koran in Hauptthemen einzuordnen und die dazugehörigen Verse zu Kapiteln zusammenzustellen.

MUSLIMISCH, WEIBLICH, DEUTSCH
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„Muslimisch – weiblich – deutsch!“,
Versuch, den Islam mit dem Verstand zu erfassen
Lamya Kaddor

Endlich! Ein Buch aus weiblicher Sicht zum Islam in Deutschland. Zu einem offenen Islam.
Das die Finger auf viele offene Wunden legt, wie z.B. die versäumte Integration. Interessant sind Fragestellungen wie: Integration oder Assimilation, was erwarten „die Deutschen“? Und die Wandlung dieser Erwartungen in den achtziger und neunziger Jahren, sowie im 21. Jhdt. Welche Barrieren tun sich auf für „Ausländer“ der 3. Generation, welche Chance haben sie, als Deutsche akzeptiert und anerkannt zu werden?
Sehr hilfreich waren die Beschreibungen zum Selbstverständnis von jungen Muslimen. Die sich zum Islam bekennen, aber inhaltlich wenig Ahnung haben. Oder, daß Islamunterricht in der Schule eine Diskussionsgrundlage vermittelt, da gemeinsame Begrifflichkeiten von Christen und Moslems benannt werden und somit – endlich – ein Gespräch möglich wird.
Oder: was ist die Islamkonferenz? Wer nimmt teil? Welches Ziel hat sie, welche Schwierigkeiten traten auf?
Interessant waren auch immer wieder Hinweise zu bestimmten Grundlagen oder Praktiken der Religion: z.B. was ist der Unterschied zwischen Koran lesen und rezitieren? Jetzt weiß ich es.
Aus diesem Buch sollte jeder einen Gewinn für sich ziehen können.
Man muß nicht mit allem übereinstimmen. Anstösse zu Diskussionen liefert es genug!

Der Islam
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Der Islam für Kinder und Erwachsene
Lamya Kaddor und Rabeya Müller 

Dieses Buch ist alles in allem ein wertvoller Beitrag, um sowohl Kindern als auch Erwachsenen vieles im Islam klarer werden zu lassen. Hierbei ist der ansprechende und hochwertig gedruckte Band auch eine gute Ergänzung für alle muslimischen ( aber auch andersgläubigen) Jugendlichen, um sowohl im deutschen Text als auch mit unterstützenden Bildern ein klareres Bild vom Islam zu bekommen!

Dass das Buch von zwei Frauen verfasst wurde, merkt man ihm an. Es ist ohne jede Aggression, neutral, offen und modern geschrieben, schließt kein Thema aus und setzt sich im Rahmen einer Einführung zwar knapp, jedoch gleichwohl mit „heiklen“ Themen wie Dschihad, Fundamentalismus und Islamfeindlichkeit auseinander.

Frauen sind als Geschöpfe Gottes den Männern gleichgestellt: Ihr Menschen, habt Ehrfurcht vor eurem Herrn, der euch aus einem einzigen Wesen erschaffen hat. Daraus erschuf er auch das Partnerwesen, und aus diesen beiden ließ er viele Männer und Frauen entstehen. (4:1)

Koranexegese im 20. Jahrhundert
05BueZeitgenoessischer Korankommentar
Koranexegese im 20. Jahrhundert
Zeitgenössischen Korankommentar
Abdulla Takim
Islamische Tradition und neue Ansätze in
Süleyman Ateş

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem exegetischen Werk von Süleyman Ateş (geb. 1933), einem bekannten, zeitgenössischen Korankommentator aus der Türkei, der neue Ansätze beim Verstehen und Deuten des Korans entwickelt und damit eine Wende, ja eine neue Epoche in der Geschichte der islamischem Koranexegese eingeleitet hat.

Das islamische Jahr
05BueDas islamische Jahr
Das islamische Jahr – Zeiten und Feste
Annemarie Schimmel

Wer eine fremde Religion oder Kultur verstehen will, sollte sich zuerst mit ihren Festen und ihren Zeitvorstellungen vertraut machen. Das gilt in besonderer Weise für den Islam, dessen Kalender stark von unserem abweicht. Dieses Buch führt allgemeinverständlich in den islamischen Mondkalender, die Bedeutung der einzelnen Monate und Wochentage sowie die Jahreszählung ein.
Es beschreibt die wichtigsten Feste, wie das Opferfest oder das iranische Neujahrsfest, die Pilgerfahrt nach Mekka und den Fastenmonat Ramadan.

Annemarie Schimmel versteht es meisterhaft, dabei aus dem reichen Schatz ihrer persönlichen Erfahrungen in vielen Gegenden der islamischen Welt zu schöpfen und zugleich die Geschichte der Feste unter Rückgriff auf bisher kaum bekanntes Quellenmaterial zu erzählen.
Für mich ist es ein weiteres, willkommenes, Nachschlagewerk

Der Islam als Alternative
05BueDerIslamalsAlternativeHofmann
Der Islam als Alternative
Vorwort von Annemarie Schimmel
Dr. Wilfried Murad Hofmann

Murad Hofmann, bringt es auf den Punkt. Er spielt auf die grauenhaften Umstände in der Zeit vor dem Islam hin und zieht deutliche Parallelen zur Gegenwart. Somit wird klar, dass der Islam nicht nur ein Heilmittel für die damaligen Jünger Mohammeds bestimmt war, sondern auch heute seine Gültigkeit bewahrt. Das Spektrum reicht von der Wissenschaft bis zu Richtlinien im Handel und vielem anderen! Hofmann bringt damit zu Tage, das Religion nicht unbedingt in der Kirche oder in der Moschee ist, sondern unser aller Leben ist!

Nur zu sagen das man Muslim ist, und genauso zu leben als wäre man es nicht, hat keinen Sinn, meint er.

Der Kommunismus hat versagt und der Kapitalismus verschlingt sich selbst! Da hat dieses Buch eine tolle Alternative parat!!! Tolles BUCH!!!

Der heilige Krieg
05BueDer heilige Krieg
´DER HEILIGE KRIEG´
Mohammed, die Kreuzritter und der 11.September
Guido Knopp, Stefan Brauburger, Peter Arens

Die Geschichte der Region im Heiligen Land ist von den ersten Tagen nach Jesu bis zur heutigen Zeit aufgearbeitet. Ohne Bewertungen und Schuldzuweisungen, eher ein Buch über die Geschichte als ein Roman!

Christen und Muslime
05BueChristen und Muslime
Christen und Muslime
Was sie verbindet – was sie unterscheidet
Andreas Renz + Stephan Leimgruber

Die Verfasser zeichnen ein umfassendes Bild des Islam, das vor allem die friedliche und religiöse Dimension, die in der Darstellung des Islam in den Medien meist nicht gezeigt wird, zur Sprache bringt.

Zudem werden Lehren und Bräuche des Islam mit Entsprechendem in Christentum und Judentum verglichen.

Dem eigenen Anspruch, ein Anstoß zum Dialog zu sein, wird das Buch voll und ganz gerecht.

Außerdem existiert ein umfangreicher Anhang mit Tabellen und Synopsen der entsprechenden Bibel/Koran-Stellen.

Jedem, der den Islam über die gängigen Vorurteile hinaus kennen lernen will, sei dieses Werk wärmstens empfohlen!

Die Prediger des Islam
05BueDie Prediger des Islam
Die Prediger des Islam
Imame – wer sie sind und was sie wirklich wollen.
Rauf Ceylan

In der Debatte um den Islam in Deutschland sind seit einiger Zeit die Imame in den Fokus der Betrachtung gerückt. Sie gelten als Schlüsselfiguren, um die Integration voranzubringen – als Vorbilder ihrer Gemeinden wären sie die idealen Vermittler zwischen religiösen Interessen und unserem säkularem Staat.

Rauf Ceylan wünscht sich einen Typus von Imamen, die Ceylan als „intellektuell-offensiv“ bezeichnet, die offen sind für die Sorgen der Gemeindemitglieder und sich als Sozialarbeiter verstehen.
„Wenn Imame dieses Typs versuchen, einen Generationswechsel zu initiieren, auch Veränderungen zu initiieren innerhalb der Gemeinde, dann sind sie auf die Unterstützung der progressiven Kräfte innerhalb dieser Gemeinde angewiesen. In der Gemeinde gibt es ja immer Kräfte, die sich öffnen wollen und Kräfte, die sich nicht öffnen wollen, und es gibt Mitglieder aus der ersten Generation, die nach wie vor eine informelle Machtposition haben, die noch alte, traditionelle Vorstellungen haben, wie ein Imam sein sollte.“

Wollen hoffen, dass in der Zukunft auch diese dazu hilft einen neuen Weg zu gehen. Nach den totalen Veränderungen in der Türkei glaube ich nicht an Veränderungen, eher befürchte ich eine Abkehr.

Religion für Atheisten
05BueReligion fuer Atheisten
Religion für Atheisten
„Ein wundersam subversiv gefährliches Buch“
Alain de Botton

Alain de Botton ist ein Ästhet, der das Leben liebt. Und er ist ein Moralist mit einem starken Gespür für die Trostbedürftigkeit des Menschen. Folgerichtig fußt seine Karriere als kultivierter Bestsellerautor auf der Verbindung von Bildung und Trost. Er hat Bücher über den Trost der Philosophie geschrieben, darüber, wie Proust unser Leben verändern kann und wie die Architektur seelisch auf ihre Bewohner wirkt.

De Botton, Schweizer Bankierssohn, ist ein hingebungsvoller Seelentröster mit besten Umgangsformen. Seine pastoralen Züge waren allerdings unter seinem immer etwas teuren Ästhetizismus nicht sofort zu erkennen. Mit Religion für Atheisten bekennt er sich nun ganz zu seinem Seelenamt. Die größte Tröstungskraft geht vom Glauben aus. Weil de Botton aber nicht an Gott glaubt, verteidigt er die Religionen als heilsame Illusion: Ihre Rituale der Gemeinschaftsbildung könnten auch den säkularen Zeitgenossen aus seiner Vereinsamung reißen. Gegen den eitlen Pomp des weltlichen Karrierismus können uns die Religionen Demut lehren. In ihren Zeremonien dürfen wir klein und schwach sein und können den lächerlichen Hochmut endlich einmal ablegen. De Botton will das Schöne und Gute der Religionen retten, indem er die Wahrheitsfrage fallen lässt. Ihr müsst, ruft er den Verächtern der Religion zu, gar nicht dran glauben, ihr müsst nur mitmachen! Er vergisst, dass manches nicht mehr funktioniert, sowie es als bloßer Funktionalismus durchschaut ist. Deshalb raten wir leider ungetröstet von dieser Placebo-Religion ab. eine Rezession aus der Zeit

Den Islam neu denken
05BueDen Islam neu denken
Den Islam neu denken
Der Dschihad für Demokratie, Freiheit und Frauenrechte
Katajun Amipur

Besonders spannend liest sich die Koran-Auslegung der Afroamerikanerin und früheren Buddhistin Amina Wadud, die dafür plädiert, Gottes Wort eben nicht wörtlich zu nehmen, sondern die Grundgedanken des Korans auf die heutige Zeit anzuwenden.

„Dschihad für Demokratie, Freiheit und Frauenrechte“. Auf den ersten Blick ein eigenartiger Untertitel für Katajun Amirpurs neues Buch „Den Islam neu denken“. Doch der Name ist Programm. Amirpur versteht den „Dschihad“ in seiner ursprünglichen Bedeutung als „sich Mühen auf dem Weg Gottes“ und gibt so die Richtung ihres Buches vor: Sie will eine ebenso sachliche wie theologisch informierte Debatte über den Islam im 21. Jahrhundert anstoßen. Ohne Kampfbegriffe, ohne fanatische Ideologien.

Katajun Amirpur stellt die einflussreichsten Erneuerer des Islams vor. Mit ihrem Buch will sie eine ebenso sachliche wie theologisch informierte Debatte über die Muslime im 21. Jahrhundert anstoßen.

Die Panikmacher
05BUDiePanikmacher
Die Panikmacher

Die deutsche Angst vor dem Islam
Patrick Bahners

Seit Jahren hat sich in der Bevölkerung ein neuer Modus sich eingerichtet! Mode geworden ist es, den Islam zu kritisieren! DAs wäre an sich ja kein Problem, nur unterscheidet man bei Kritik die konstruktive und die destruktive! Und was sich unter dem Deckmantel von Kritik am Islam, was ja durchaus nicht immer unberechtigt ist zum Vorschein kommt, ist zum großen Teil rassistische Hetze, die an die dunkelste Vergangenheit unserer Geschichte erinnert
EinFeuilletonchef der FAZ, Patrick Bahners hat ein Buch mit dem Titel verfasst hat „Die Panikmacher“, wo er schonungslos die verlogene Heuchelei der derzeitigen IslamkritikerInnen geißelt. Das jetzt erschienene Buch war überfällig! Sein Buch ist weit mehr als eine bloße Erwiderung auf den erfolgreichsten Angstmacher der Nation, in diesem Falle Thilo Sarrazin! Mit Genuss spürt Patrick Bahners die Vorgeschichte nach, die Sarrazin den Weg geebnet hat!
IslamkritikerInnen wie Necla Kelek, Mina Ahadi, Seyran Ates, Monika Maron, Hendryk M. Broder oder Ralph Giordano und ihre Anhänger wähnen sich seit langem in einem Krieg mit dem Islam, und deshalb sollen in ihren Augen die demokratischen Gepflogenheiten für sie abgeschafft, Bahners seziert ihr Vokabular, ihre schrillen Warnungen vor dem Einknicken und ihre Verachtung und ihren Hass der Toleranz gegenüber oder ihr Pochen auf „Leitkultur“ oder „jüdisch-Christliche Traditionen“!
C.H. Beck Verlag

Teile dein Glück
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Teile dein Glück
und du veränderst die Welt.
Fundstücke einer abenteuerlichen Reise
Jürgen Todenhöfer

Dieses neue Buch von Jürgen Todenhöfer ist eine Schatzkammer. In ihr hat er, öffentlich zugänglich, seine „Fundstücke einer abenteuerlichen Reise“ gesammelt, die er gemacht hat durch die Welt der Philosophie und der Religionen und zu sich selbst.

Das Buch hat viele autobiographische Seiten, wenn er etwa von seinen Erfahrungen als Politiker berichtet. Es ist voll von Texten, eigenen und philosophischen Fundstücken, bekannte und mir bisher unbekannten, die sich alle darum drehen, dass der Mensch sein Glück teilen soll und kann. Er kann es, selbst wenn er selbst sich nicht glücklich fühlt.

Todenhöfers Buch ist ein weiteres und sehr beeindruckendes Beispiel einer Literaturgattung, die in den letzten Jahren zugenommen hat. Bücher, die dafür werben, die alten Werte wieder zu achten, Bücher die dazu einladen, vom Haben zum Sein zu wechseln, wie das Erich Fromm dereinst schon tat, Bücher, die in der einfachen Mitmenschlichkeit und Solidarität nicht nur den Lebenssinn entdecken, sondern auch die wahre Erfüllung der großen Religionen.

Todenhöfers Buch allerdings ragt unter diesen Büchern auf eine ganz besonders authentische Weise heraus, weil es nicht belehrt, sondern auf leise Art lehrt.

Der Hass auf den Westen?
05BueDerHassaufdenWestenDer Hass auf den Westen
Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren

Der Autor lehrt uns, die Werte und die Weltherrschaft des Westens mit den Augen der Völker des Südens zu sehen.

Nur wenn wir verstehen, welche traumatischen Verletzungen Kolonialismus, Sklaverei und Ausbeutung, gepaart mit Arroganz und moralischer Überheblichkeit, im kollektiven Bewusstsein dieser Völker hinterlassen haben, werden wir in der Lage sein, den daraus resultierenden Hass, der dem Westen entgegenschlägt, durch konkretes Handeln zu überwinden.

Papa was ist ein Fremder
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Papa, was ist ein Fremder?
Gespräch mit meiner Tochter
Tahar Ben Jelloun

In seinem Buch, „Papa, was ist Islam“ hat er schon ein wunderschönes Gespräch aufgeschrieben, dass er mit seinen Kindern geführt hat.

In diesem Buch, erklärt er der zehnjährigen Mériém was Rassismus ist. Kinderfragen bereiten uns Erwachsenen oft Kopfzerbrechen aus. Sie zwingen uns Dingen auf den Grund zu gehen, von denen wir glauben, sie zur Genüge zu kennen.

In seinem Buch hat der Autor seine Tochter nicht mit oberflächlichen Antworten abgespreist, er hat sie in diesem Buch niedergeschrieben.

Terror im Namen Gottes
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Terror im Namen Gottes
Ein Blick hinter die Kulissen des gewalttätigen Fundamentalismus
Mark Juergensmeyer

Ob Christen, Juden, Buddhisten, Hindus oder Muslime – Spuren terroristischer Gewalt lassen sich in allen Weltreligionen finden. Gibt es Gemeinsamkeiten, und wo liegen sie?

Wann schlägt Intoleranz in Gewalt um?

Ausgehend von Begegnungen und Interviews gelingt dem Autor eine detaillierte und spannende Darstellung und Analyse des Phänomens eines „globalisierten“ religiös motovivierten Fanatismus.
Dieses Buch musste ich von meiner Bücherausstellung in der Moschee vom Tisch nehmen, ohne Begründung. Habe ich nicht verstanden.

Dein Wille geschehe
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DEIN WILLE GESCHEHE
Die schönsten islamischen Gebete
Annemarie Schimmel

Die hier vorliegende Sammlung wunderbarer Zeugnis islamischer Frömmigkeit hat Frau Professor Annemarie Schimmel am Leitfaden des Vaterunser zusammengestellt.

Ein im christlichen Kulturbereich Aufgewachsener wird in einer Betrachtung der Gebete – dies ist sicher eine Überraschung – zu anderen großen monotheistischen Religion hin eine ungeahnte Nähe fühlen, eine nicht für möglich gehaltene Herzensverwandschaft entdecken.
Für Interessierte ist dieses Buch eine Perle und Kleinod geistlicher Literatur.

Wer weint schon über Abdul und Tanaya
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Wer weint schon um Abdul und Tanaya

Die Irrtümer des Kreuzzugs gegen den Terror
Jürgen Todenhöfer

Wer dieses Buch liest, wer sich mit offenen Herzen auf die Schicksale iraktischer und afghanischer Kinder einlässt, wird mit Abdul und Tanaya weinen.
Er wird Krieg als Mittel des Antiterrorkampfes nie mehr akzeptieren.
„Solange ich noch eine Stimme habe, werde schreiben:
„Friede, im Namen Gottes“
Papst Johannes Paul II
Todenhöfer stellt die Frage nach der Zukunft der Welt, nach dem Verhältnis der Industriestaaten zu den Staaten der Dritten Welt. Seine Antwort lautet:
„Wir werden unsere Freiheit, unseren Wohlstand und unseren Frieden nur bewahren können, wenn wir in Gerechtigkeit genauso viel investieren wie in Waffen.“

Das islamische Recht
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Das islamische Recht
Geschichte und Gegenwart
Professor Mathias Rohe

In seinem neuen Buch „Das islamische Recht. Geschichte und Gegenwart“ beschreibt der Islamwissenschaftler und Jurist Prof. Mathias Rohe eine hierzulande weitgehend unbekannte Rechtslehre. Ausgehend von der historischen Dimension der Schari’a, zeichnet er die unterschiedlichsten Schulen, Deutungsmethoden und Entwicklungen islamischen Rechts nach. Nicht zuletzt die detaillierten Ausführungen über das islamische Recht in der Diaspora machen sein Werk dabei hochaktuell.

Das Hauptanliegen Rohes wird schnell deutlich: An die Stelle von Pauschalurteilen über ein vermeintlich frauen- und menschenfeindliches „Rechtssystem“ will er umfassende und vor allem differenzierte Kenntnisse setzen. Der eine Islam und das eine islamische Recht sollen als Trugbilder entlarvt und in ihrem Facettenreichtum gezeigt werden. Ein Nachschlagewerk „für die Beantwortung konkreter Rechtsfragen“ kann und will das Buch dagegen nicht sein; das wäre laut Autor angesichts der schlecht zu fassenden Vielschichtigkeit des islamischen Rechts auch kaum zu verwirklichen.

Grüss Gott, Herr Imam
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Grüss Gott, Herr Imam
Imam Benjamin Idriz

Der Imam Benjamin Idriz von Penzberg hat ein höchst wichtiges Buch geschrieben. Ist es ein Zufall, dass es so kurz nach dem roten Buch von Thilo S. erschienen ist? Es kommt mir wie die richtige Antwort darauf vor. Dabei kommt er ohne Zahlenhuberei und krude Schlussfolgerungen daher, dafür aber mit klaren und auch für Laien nachvollziehbaren Gedanken.

Das Buch richtet sich auf den ersten Blick an die Nicht-Muslime in unserem Land. Die bekommen auch reichlich Gelegenheit, mit allen möglichen Vorurteilen von der Unterdrückung der Frau bis zur Scharia aufzuräumen. Dabei leugnet Idriz nicht, dass es negative Erscheinungen und Fehlentwicklungen in muslimisch geprägten Ländern gab und gibt.

Mindest genau so wichtig scheint mir das Buch von Idriz für die in Deutschland lebenden Muslime und ihre Imame selbst. Ich fürchte, dass viele von Ihnen seinen Reform-Islam als ketzerisch ansehen. Deshalb ist es so wichtig, dass er seine Thesen aus den islamischen Quellen und von anerkannten Authoritäten früherer Jahrhunderte bis in die Zeit des Propheten ableitet.

Das Buch ist eine hervorragende Lektüre für alle Menschen, die sich im kritischen aber friedlichen Dialog der Kulturen und Religionen engagieren. Und erst recht für diejenigen, die keine Angst haben, ihre Vorurteile zu überprüfen. In diesem Zusammenhang denke ich auch an das Buch „Muslimisch, weiblich, deutsch“ von Lamya Kaddor. Ich empfehle das Buch von Idriz auch für den Religionsunterricht in Schulen.

Döner, Machos und Migranten
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Mein zartbitteres Lehrerleben
Betül Durmaz

Sie ist Deutsche mit Migrationshintergrund. Muslimin, alleinerziehende Mutter und unterrichtet an einer Schule, in der die meisten Schülerinnen und Schüler als „sozial problematisch“ gelten.

Betül Durmaz hat ihr Leben, ihren Alltag aufgeschrieben.

Ein mitreißendes, authentisches Lebensprotokoll einer ungewöhnlichen Frau und Lehrerin.
„Durmaz“, das heißt übrigens übersetzt: „Die, die nicht stehen bleibt.“.

So wie ich will
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Mein Leben zwischen Moschee und Minirock
Melda Akbaş

Das Buch „So wie ich will“ begeistert und berührt – es auf das Thema ‚Sex vor der Ehe‘ zu reduzieren, wird dem Buch überhaupt nicht gerecht. Melda Akbas nimmt den Leser mit sehr viel Einfühlungsvermögen mit in den Mikrokosmos ihrer Familie und erzählt ehrlich, aber trotzdem unterhaltsam von ihrem Leben in zwei ‚Welten‘: ihrer strengen türkischen Familie auf der einen Seite und der Schule und ihren deutschen Freunden auf der anderen. Die Leichtigkeit, mit der sie schreibt, macht das Thema Multikulturalität sehr schön zugänglich. Sie erzählt jedoch nicht nur von ihrem Alltag, sondern hinterfragt das, was sie erlebt, auch: Was bedeutet es eigentlich in eine Gesellschaft integriert zu sein? Wenn ein Mensch integriert ist, hat er seine Herkunftskultur und seine fremde Identität dann vollkommen aufgegeben? Gibt es auf diese Fragen überhaupt Antworten? Oder sollte man einfach akzeptieren, dass man etwas von beiden Kulturen in sich vereint und gerade der Mensch ist, der man ist, weil man eben in beiden Welten aufgewachsen ist? „So wie ich will“ beschränkt sich aber nicht nur auf die religiöse oder kulturelle Thematik. Es ist auch ein Buch über das Erwachsenwerden – Erwachsenwerden im Spannungsfeld zweier Mentalitäten. Ich kann dieses Buch nur wärmstens weiterempfehlen! Ganz besonders denjenigen, die wissen wollen, wie es sich anfühlt, verschiedenen Kulturen anzugehören – oder die einfach Spaß daran haben, in eine andere Lebenswelt einzutauchen.

Feindbild Moslem
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Feindbild Moslem
Kay Sokolowsky

Es sind die Hassprediger, die den Blick auf diese alltäglichen Gemeinsamkeiten verblenden wollen –  die Hassprediger in den Hinterhofmoscheen und die Hassprediger in den Medien wie Broder, Udo Ulfkotte, Necla Kelek oder Giordano. Und leider hört man in unseren Medien viel mehr von den Hasspredigern beider Seiten als von den Versöhnern.
Die Hassprediger wollen uns einreden, dass „der Andere“ kein Mensch ist, sondern eine Bedrohung, eine Gefahr, ein Feind. Darauf dürfen wir nicht hereinfallen – egal, an welchen Gott wir glauben, ganz gleich, welche moralischen Vorstellungen uns leiten. Im selben Augenblick, in dem wir einen anderen Menschen nicht mehr als Menschen wahrnehmen, sondern nur noch als „den Muslim“ oder „den Schweinefleischfresser“, sind wir auch schon bereit, diesen Anderen zu vernichten. Denn wir erkennen ihn nicht mehr als Menschen, der leidet, der Schmerz empfindet, sondern nur noch als Stellvertreter eines Klischees. Und für Klischees haben wir kein Erbarmen und kein Mitgefühl. Klischees können wir quälen, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Ohne Klischees gäbe es keine rassistischen Morde.
Aus einem Interview mit Kay Sokolowsky

Quellen der Menschlichkeit
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Quellen der Menschlichkeit
Koran + Bibel von Christen und Muslimen gelesen
Hans Grewel, Luise Becker,
Peter Schreiner

Dieses, über 300 Seiten zählende Buch ist ein engagierter Aufruf, die natürliche, jedem Menschen innewohnende Menschlichkeit wieder zu entdecken.

Die christlichen und muslimischen Verfasser haben sich alle Mühe gegeben, diesen Aufruf in leicht verständlicher und somit besonders für Jugendliche geeigneter Sprache zu formulieren.

Anhand ausgewählter Geschichten aus dem Alten, dem Neuen Testament und dem Qur’an wurde der gemeinsame Bezug über entsprechende Auslegungen hergestellt und erklärt. Wenn das Buch in erster Linie vielleicht für Leser gedacht ist, welche sich bislang nur wenig mit den theologischen islamischen oder auch biblischen Aussagen beschäftigt haben, ist bemerkenswert, mit welcher Kompetenz Jahrhunderte alte Tradition mit zeitgemäßem Textverständnis unkompliziert in Einklang gebracht wird.

Dieses ist Buch ist definitiv eine Bereicherung für all jene, welche sich tiefschürfendes Studium schwerer Bücher ersparen möchten und dennoch die wesentlichen Inhalte der biblischen und qur’anischen Texte in universellem Kontext verstehen wollen, um derart gerüstet, bereit für eine gemeinschaftlich zu gestaltende, friedliche Zukunft zu sein.

Sehr geeignet scheint mir dieses Buch für den interreligiösen schulischen Diskurs zu sein.

Parwana
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Parwana
Nebiye Uhlemayr

Frau Uhlemayr erzählt in Ihrem Buch Parwana ihre eigene Geschichte. Als Tochter türkischer Einwanderer verliebt sie sich in Ihrer Jugend in einen deutschen Jungen und brennt mit ihm durch. Sie flüchten vor ihrem strengen Vater, sowie vor der türkischen Gesellschaft und verbringen sieben aufregende und abwechslungsreiche Wochen in verschiedenen Ländern.Sie fliegen in die USA und heiraten in Las Vegas. Schließlich kehren sie nach Deutschland zurück, wo Ihre Tochter zur Welt kommt. Die folgenden Jahre in Frau Uhlemayrs Leben bleiben turbulent. Sie muss in ihrem Leben berufsbegleitendes Studium, Beruf, Karriere und Privatleben auf einmal managen. Ihr Leben rast in Höchstgeschwindigkeit dahin bis es zu einem Crash kommt. Nebiye Uhlemayr erzählt ihre spannende Geschichte mit der richtigen Menge Humor und Sinn für Details. Der Leser wird durch abwechslungsreiche Begebenheiten geführt und erfährt, wie FrauUhlemayr die Kraft für die Überwindung Ihrer schweren Brustkrebserkrankung findet.

Ein einziges Word und seine große Wirkung
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Ein einziges Word und seine große Wirkung
ZIF – Zentrum für islamische Frauenforschung
Zentrum für Islamische Frauenforschung und Frauenförderung

Eine hermeneutische Betrachtungsweise zum Qur´an, Sure 4 Vers 34, mit Blick auf das Geschlechterverhältnis im Islam.

ZIF-Zentrum für Islamische Frauenforschung und Frauenförderung –
www.zif-Koeln.de

Handbuch Islam
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Handbuch ISLAM
Ahmad A. Reidegeld

Ein besonders gründliches Werk über den Islam, das den Begriff Handbuch wirklich verdient.

Es wendet sich an deutschsprachige Religionsinteressierte, die sich weiter mit der „am weitesten verbreiteten“ Religion der Welt (dixit Papst Benedikt heute am 29.3.) auseinandersetzen wollen.

Das Handbuch versteht sich als Darstellung der klassisch-islamischen Rechts- und Pflichtenlehre, und nur in Einzelfällen wurden aktuelle Gutachten (Fatâwâ) mit einbezogen. Darüber hinaus werden auch Themen angesprochen, die nicht zum ‚Ilm al-Hâl im engeren Sinn gehören. So werden beispielsweise die Rechtswissenschaften und die Rechtsschulen vorgestellt und Bedeutung und Rolle gewürdigt, die dem Brauch in den islamischen Gesellschaften und im Recht zukommt.

Das Buch behandelt alle Rechtsfragen, wie zum Beispiel das Tragen von erlaubten Schmuck, das Zinswesen, die Armensteuer, die arkân, also die Eheschließung und die Hajj, die obligatorischen Wallfahrten. Jeder unserer Politiker und jeder Theologe sollte sich nicht nur mit dem Koran, sondern auch mit den Sitten, Gebräuchen und Auflagen des Islam vertraut machen!

Der Koran ist wie die Bibel, aus beiden Werken lässt sich herausholen, was man eben gerade so braucht. Beides sind Legokästen des menschlichen Universums, die man nicht überbewerten sollte.

Unsere Welt und unsere Kulturen leben in verschiedenen Zeitaltern und Entwicklungsstufen. Nicht jede Kultur macht die selbe Entwicklung zur selben Zeit durch. Während in Papua noch Steinzeitmesser als höchstes Gut gelten, fliegen andere Nationen auf entfernte Planeten! In Europa haben wir eine einzigartige Friedenszeit hinter uns und hoffen voller Erwartung, dass sie weiterhin anhält.

Mit dem hier vorgelegten Handbuch Islam wird das Glaubens- und Rechtssystem der Muslime dem deutschen Sprachraum in bislang nicht gekannter Ausführlichkeit erschlossen: einem Ratgeber in allen wichtigen Fragen muslimischer Lebensführung in Berücksichtigung aller vier Rechtsschulen, zugleich Grundlage eines fachwissenschaftlichen Diskurses in deutscher Sprache. Allein die fünfzehnseitige Inhaltsangabe wirft neben dem Glossar und dem Index ein bezeichnendes Licht auf die thematische Vielfalt und die sachlich-systematische Weite eines 832 Seiten umfassenden Werks.

Wer ist Wir
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„Wer ist Wir“
Navid Kermani

Ohne darüber nachgedacht zu haben, ist Deutschland ein Einwandererland geworden. Mit den Menschen kam auch eine neue Religion: der Islam. In seinem neuen Buch erzählt der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani von seinem Leben als Kind iranischer Eltern in Deutschland und berichtet von seinen Erfahrungen als Mitglied der Deutschen Islamkonferenz.

Wer dieses kluge und meisterhaft erzählte Buch gelesen hat, weiß:

Es geht nicht darum die multikulturelle Gesellschaft zu verabschieden. Es geht darum, sie endlich zu gestellten.

»Nur wenige Autoren vermitteln ein so ausgewogenes und zugleich kritisches Urteil über den Islam.«Die Zeit

Nicht nur innerhalb der islamischen Welt findet ein Kulturkampf statt. Auch in Europa ist die Debatte darüber, was die eigene Kultur ausmacht, in vollem Gange. Am deutlichsten zeigen sich die Frontlinien am Umgang mit den Muslimen: Einem Europa, das sich durch seine christlichen Wurzeln definiert, also durch die Abgrenzung vom Islam, liegt ein anderes Konzept zugrunde als einem Deutschland, dem der Islam potentiell angehört. Wie immer die Antwort ausfällt, sie hat angesichts der demographischen Entwicklung und der weltpolitischen Lage gravierende Auswirkungen auf unsere Zukunft. In welchem Europa möchten wir leben? Und wer ist überhaupt «WIR»?

Mit der Empathie des Einheimischen und zugleich mit der Distanz des Fremden hält Navid Kermani Deutschland einen Spiegel vor, in dem es sich noch nicht gesehen hat.

Ihr wisst nichts über uns
05BueNichWissenCharlotte Wiedemann
„Ihr wisst nichts über uns“
Charlotte Wiedemann

Das Buch der Autorin Charlotte Wiedemann, die u.a. für Die Zeit, Die Weltwoche und qantara.de berichtet, tut gut. Wo fast täglich Meldungen von tragischen Einzelschicksalen muslimischer Frauen den Eindruck erwecken, es sei ein Fluch Gottes als Muslimin geboren zu sein, wird hier einmal jenseits der stets gebotenen journalistischen Kürze über Frauen und Länder und Männer berichtet.

Dass der gebetsmühlenartig wiederholte Topos von der Gleichsetzung „säkular“ = „modern“ falsch ist, zeigt Wiedemann nicht nur am Beispiel der Türkei (vgl. dazu den Beitrag ihres Kollegen Michael Thumann in Die Zeit vom 15.05.2008), sondern auch an den facettenreichen Emanzipationsbestrebungen in Pakistan und einigen Golfstaaten. Probleme werden nicht ausgespart, aber die Auswahl der Gesprächspartner und Partnerinnen ermöglicht ein differenziertes Bild und überrascht so manches Mal.

Damit erinnert das Buch an das von Naila Minai, „Schwestern unterm Halbmond“ (1984), das nicht mehr aufgelegt wird.

Aus dem Vorwort:

Die Berichte von meinen Reisen durch zehn islamisch geprägte Länder – meist als Autorin für DIE ZEIT – sind auch ein Plädoyer:

dafür, dass wir uns bewusst werden, wie verengt unsere Wahrnehmung der sogenannten „islamischen Welt“ ist – und wie wir uns selbst damit schaden. In verhängnisvoller Egozentrik starren wir fast ausschließlich auf eine kleine Minderheit von Muslimen, die uns, den Westen zu bekämpfen scheint. Wir blenden die Mehrheiten aus, mit welcher Leidenschaft Muslime um das Gesicht ihrer eigenen Gesellschaften ringen, auch um die Rolle der Religion.

Wir sind eure Töchter, nicht eure Ehre
05BueWirsindEureToechter
Wir sind eure Töchter, nicht eure Ehre

Serap Çileli

Tanja Asmus schrieb: Serap Cileli beschreibt ihr wahnsinnig schweres Leben als Türkische Frau und Mädchen. Erschüttern ehrlich erzählt Sie von Gewalt, Misshandlungen, Zwangsverheiraten, und der Freiheitsberaubung. Erst nach 26 Jahren und der Liebe zu Ali der sie als geschiedene Frau mit 2 Kindern abgöttisch liebt, schafft sie den Absprung und läuft Ihrer Familie weg, und landet in einen Frauenhaus. Auch hier beschreibt sie die Angst, die neue Welt kennen zulernen. Sie wird erneut schwanger und sie weiß keinen Ausweg mehr, zumal Ali sich illegal in Deutschland aufhalten muss, und Serap einfach kein Geld und Wohnung hat.

Wie die fleißigen Leser meiner Rezensionen mittlerweile wissen, tue ich mich schwer, Biografien zu rezensieren. Diesmal aber vergebe ich ohne mit der Wimper zu zucken 5 volle Sterne. Was diese Frau erleben musste, und den Mut aufgebracht hat, ihre türkische Familie zu verlassen, lässt einen die Gänsehaut im ganzen Buch über den Rücken laufen. Ich bin so erschrocken was sich hier mitten in Deutschland noch Einwanderer mit ihren Kindern hier so wagen. Ihre völlig veraltenden Traditionen die alleine dafür da sind um die Frau zu demütigen, ihr völlig das Recht absprechen, menschenwürdig zu leben. Ständige Kontrolle, Zwangsverheiraten mit Männern die die Großväter sein könnten, die Schläge wenn man sich gegen den Vater oder Bruder auflehnt….. kurz… es ist einfach erschreckend./td>

Frauen in islamischen Welten
05BueFraueninislWelten
Frauen in islamischen Welten
verschiedene Frauen berichten über ihr Leben
Angelika Vauti, Margot Sulzbacher, Cherifa Magdi, Taslima Nasrin, Barbara Pusch

Dieses Buch gewährt Einblicke in die Vielfalt der Lebensweisen von Frauen aus dem islamischen Kulturkreis.

Der Band spann einen weiten Bogen von Veränderungen im Leben muslimischer Frauen aus westlicher Sicht (Grabriele  Rsuly-Paleczekt) sowie den Möglichkeiten der politischen Partizipation von Frauen in Pälestina ( ´Sumaya Farhat-Naser) über die Stellung der Frau im Islam (Iris Sawat), die Koranexegese aus feministischer Sicht (Armina Erbakan), Menschenrechtsschulugen für Frauen in islamisch dominierten Gesellschaften (Seema Kazi) und den Beitrag von Journalistinngen zur Meinungsbildung in der Türkei (Barbara Pusch) und im Iran (Lise J. Abid) bis hin zur Frauenbewegung in Ägypten (Cherifa Magdi) und die Bedrohung des Lebens der Schriftstellerin Taslima Nasrin (Bangladesh) durch religiöse Fundamentalismus.

In seiner differenzierten Darstellung liefert das Buch einen Beitrag zum internationalen Austausch, zum interkulturellen Dialog und zur Vernetzung von Frauen über staatliche, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg.

Papa, was ist Islam
05BuePapawasistIsslam
„Papa, was ist der Islam?“
Tahar Ben Jelloun

beschreibt ein Gespräch mit seinen Kindern.

Schreckensbilder, die Terroristen, fälschlicherweise im Namen des Islam, verbreiten halten auch vor Kindern nicht an.

Die Kommentare in Funk und Fernsehen zu den Terroristen und ihrer Zugehörigkeit zur arabischen und islamischen Welt beschäftigen und beunruhigen die Kinder in besonderem Maße.

In Papa, was ist der Islam? erklärt er, diese Mal dreht sich sein fiktionales „Frage-Antwort-Spiel“ jedoch nicht um Fremdenhass, sondern um die in Verruf geratene Weltreligion des Islam. Er versucht seinen Kindern zu „erklären, was der Islam wirklich ist und sie [zu] lehren, was diese Religion bedeutet, damit sie nicht den Terrorismus, der natürlich zu verdammen ist, mit dieser Religion, die damit nichts zu tun hat, durcheinander bringen. Denn der Islam ist nichts anderes als eine Kultur, eine Zivilisation.“
Geradezu prädestiniert scheint der in Frankreich lebende marokkanische Autor dafür zu sein, denn er ist in zwei Kulturen zu Hause, kennt beide Seiten des Mittelmeerraumes und versteht sich als Mittler.
Schritt für Schritt und vor allem leicht verständlich und kindgerecht nähert sich der Autor im Dialog mit seinen Kindern dem Thema Islam an, gibt Erklärungen und spricht deren fundamentale Ängste an.

Muhammad-Auf den Spuren des Proheten
05BUTariqRamadanMuhammad
Muhammad: Auf den Spuren des Propheten
Tariq Rmadan

VerlagsService Dr. Ulrich Mihr (Übersetzer) Führt in die Zeitgeschichte des Propheten. Dadurch lernt man mehr und mehr auch die Zusammenhänge des Korans.

Radikale Reform – Die Botschaft des Islam
05BUTariqRamadanRadikale Reform
Radikale ReformDie Botschaft des Islam
für die moderne Gesellschaft
Tariq Ramadan

Mit erprobtem Gespür hat Diederichs Verlag erneut mit Tariq Ramadans „Radikale Reform“ ein Werk veröffentlicht, welches den Ausweg aus der umfassenden Agonie muslimischer Gemeinschaften im Bemühen nach zeitgemäßer Umsetzung islamischer Rechtsauffassung aufzeigt.

Dieses Werk wird aber auch dazu beitragen, die maßlose, respektlose Arroganz mancher, nur bipolar, auf diabolische Weise denkender (nicht nur westlicher oder nicht muslimischer) Menschen zu entlarven.

Der Koran
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Der Koran. Das heilige Buch des Islam
Murad W. Hofmann  und Max Henning

Die grundlegende Schrift einer Weltreligion und eine wichtige Quelle der Weisheit und Wahrheit für die ganze Menschheit.

Der Koran ist zum meistübersetzten Buch des Globus geworden, das Hunderttausende von Muslimen nach wie vor, meist in jugendlichem Alter, auswendig lernen. Dass es sich lohnt, sich mit diesem Buch auseinander zu setzen, ob man religiöser Mensch ist oder nicht, liegt auf der Hand.

Jeder sollte zu begreifen versuchen, welche Ideen- und normative Welt sich hinter dem Phänomen Islam verbirgt. Dies könnte zu einer Überlebensfrage werden.

Der Koran ist die Sammlung der Offenbarungen, die einem bis dahin unscheinbaren, wenngleich für seine Integrität bekannten Mekkaner aus guter, allerdings verarmter Familie im Laufe von 23 Jahren durch einen überirdischen Boten (den Erzengel Gabriel) übermittelt wurden.

Die erste dieser Offenbarungen erreichte den damals 40jährigen, des Lesens und Schreibens unkundigen Muhammad, unvermittelt und mit großer Wucht im Monat Ramadan des Jahres 610, während er sich zu Betrachtungen und Gebet in die Höhle Hira hoch über Mekka zurückgezogen hatte.

Seine letzte Offenbarung empfing er kurz vor seinem Tode im Jahre 632 in Medina. Zwischen beiden Daten liegen Ereignisse, welche nicht nur Muhammad selbst, sondern die ganze Welt so stark verändert haben wie nur das Erscheinen von Jesu.

Heute bekennt sich nicht nur ein Fünftel der Menschheit – über eine Milliarde Gläubige – zum Islam; er ist in der Postmoderne zur einzigen weltweit wachsenden Religion geworden. Und er stellt eine ernsthafte Alternative zur westlichen Konsumgesellschaft dar.

Der Koran ist das Buch der Bücher:

Kein Buch wurde in der Geschichte der Menschheit öfter übersetzt, kein Buch wird weltweit mehr gelesen.

Die vorliegende Übersetzung zeichnet sich durch ihre stilistische Nähe zum arabischen Original und durch ihre poetische Kraft aus. Sie steht in vollkommener Übereinstimmung mit den traditionellen Fundamenten des Islam wie auch mit seiner aktuellen, modernen Ausprägung und Bedeutung.

Warum tötest Du, ZAID
05BueWarumtoetestduZaid
Warum tötest Du, ZAID?
Jürgen Todenhöfer

Toleranz einsetzen. Seine Ausführungen unterlegt der Autor mit zahlreichen Koran- und Bibelzitaten.

Ein dringend notwendiges Buch, 9. Mai 2008

Jürgen Todenhöfer, der bereits mehrmals im Irak unterwegs war, ist auf eigene Faust dorthin zurückgekehrt. Diesmal traf er in Ramadi diejenigen, über die wir kaum etwas wissen; die iraktischen Widerstandskämpfer aus baathistischen, nationalistischen und gemäßigt islamischen Gruppen. Er erfuhr erschütternde Einzelschicksale. So begegnen wir etwa Yussuf, einen Christen, der Seite an Seite mit Muslimen kämpft, Aisha, die für die Mütter der Widerstandskämpfer spricht, und dem zweiundzwanzigjährigen Zaid.
Zaid hat sein ganzes Leben lang nur Krieg und Not kennen gelernt. Seine beiden Brüder wurden von amerikanischen GI’s erschossen. Er hat sich daraufhin einer Widerstandsgruppe angeschlossen und US-Soldaten getötet. In bewegenden Worden erzählen Zaid und seine Mitstreiter ihre Geschichte, sprechen über Motive und politischen Ziele.
Dabei wird deutlich, dass der iraktische Widerstand auch gegen die – überwiegend ausländischen – Terroristen von Al Qaida kämpft und eine scharfe Trennlinie zieht zwischen legitimen Widerstandskampf und verabscheuungswürdigen Terrorismus á la Al-Qaida, der den Tod unschuldiger Zivilisten in Kauf nimmt.
In einem ausführlichen Nachwort hat Jürgen Todenhöfer seine Sicht des Verhältnisses zwischen dem Westen und den muslimischen Ländern in zehn Thesen zugespitzt. Sein Fazit:
Hauptursache für den Terrorismus ist eine über zweihundertjährige Tradition von Kolonialismus und Neokolonialismus, von Ignoranz und Herablassung in den Beziehungen von christlichen Okzident zu islamischen Orient. Der Westen muss endlich die muslimische Welt genauso fair behandeln wie andere Kulturen und Religionen und seine Politik der Antiterrorkriege aufgeben. Aber auch die Muslime müssen sich nachhaltig für einen Islam des Fortschritts einsetzen und dem Terror energischer entgegentreten.

In einer Mischung von Reportage, Interviews und politischen Kommentar lässt der Autor anhand von Einzelbeispielen diejenigen zu Wort kommen, die sonst keine Stimme haben. Er zeigt damit ein anderes Bild des Irak und der islamischen Welt, als wir es in der Berichterstattung der westlichen Medien kennen

Im Kampf der Kulturen – Wo steht der Feind
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Im Kampf der Kulturen – Wo steht der Feind?
Michael Widmann

In der Regel verbirgt sich hinter der Redewendung vom „Kampf der Kulturen“ die Angst vor einem expandierendem Islam.

Michael Widmann plädiert demgegenüber für eine kulturelle Neubesinnung: Er zeigt in seiner sachkundigen Analyse, dass nicht der Islam in erster Linie Menschenwürde, Rechtsstaat und christliche Fundamente Europas bedroht, sondern  unsere eigene verfehlte Gesellschaftspolitik und der angebliche „Krieg gegen den Terrorismus“ unter der Flagge völkerrechtlichswidrige Angriffskriege geführt und die Freiheit auch im Westen mit Füssen getreten wird.

Michael Widmann, Jahrgang 1964, studierte Philosophie und Theologie. Nach einer Tätigkeit als Pastoralassistent erhielt er seine journalistische Ausbildung bei der Katholischen SonntagsZeitung für Deutschla

Mihriban pfeift auf Gott
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Mihriban pfeifft auf Gott
Hilal Sezgin

Dieser Roman erzählt absolut faszinierend vom Alltag einer Familie, die von einer anspruchslosen Mihriban zusammengehalten und doch durch ein unvorstellbares Ereignis weiter auseinander gerissen wird. Mihribans heimlicher Verdacht, dass ihr Bruder etwas mit Terrorismus zu tun haben könnte, wird immer dringender, ihre eigene Suche nach der Wahrheit immer fesselnder. Es ist toll, wie Mihriban ihren Alltag mit all den Sorgen, Hoffnungen und Ängsten weiterführt und gleichzeitig auch der Liebe begegnet. Mihribans Ungewissheit und die Spannung halten den Leser den ganzen Roman über bei der Stange. Humorvoll, mit lebhaften, kraftvollen Szenen und einem faszinierendes Spektrum von Interaktionen!

 

Zum Islam konvertiert mitten im Leben

26. November 2013


Dienstag, 08.04.2008

Zum Islam konvertiert mitten im Leben

Elisabeth Müller hat nach langer Suche im Koran religiösen Frieden gefunden.

Von Klaus Müller-Wolf

Ihr Bekenntnis zum Islam sorgte 2006 für einen Paukenschlag in Niederkassel und führte dazu, dass Elisabeth Müller der SPD den Rücken kehrte, für die sie lange Jahre im Ortsverein und in der Ratsfraktion an vorderster Stelle gestanden hatte. „Für die meisten hatte ich einen an der Klatsche. Aber ich bin nur Gott Rechenschaft schuldig“, sagt sie. Nur wenige fragten ganz offen nach ihren Motiven für ihre innere Überzeugung. „Im Islam habe ich gefunden, wonach ich immer gesucht habe“, entgegnet sie.

2002 nach intensiver Auseinandersetzung mit allen Weltreligionen hatte sie sich dazu entschieden, Muslima zu werden. Den Entschluss fasste sie ganz allein, weihte selbst ihren Ehemann Hans Müller nicht ein. Der hat ihr inzwischen längst verziehen und unterstützt seine Frau bei ihrer Arbeit in der Türkisch-Islamischen Gemeinde. In der Moschee hat Elisabeth Müller als einziges deutsches Gemeindemitglied viel bewegt, verkrustete Strukturen und unzeitgemäße Traditionen aufgeweicht und die Integration auf den Weg gebracht.

Religion ist für die gebürtige Mönchengladbacherin immer von zentraler Bedeutung gewesen. „Ich stamme aus einer fundamentalistisch katholischen Familie“, erzählt die 67-Jährige. Nach dem Krieg war sie mit ihren Eltern und den Geschwistern nach Bad Godesberg gezogen zu ihrem Onkel Wilhelm Leonards, der katholischer Pfarrer in St. Andreas war. Der Vater, Bruder des Pfarrers, wird dort Küster und ist ihr großes Vorbild. Der fromme Mann engagiert sich auch außerhalb der Kirche für das Gemeinwohl in vielen Vereinen. Als sie 1959 ihren späteren Ehemann Hans Müller kennen lernt, einen Protestanten, setzt sie sich zunehmend kritisch mit der katholischen Kirche auseinander. Wegen der Haltung des Papstes zur Verhütung, aber auch zu den Glaubenskriegen in Irland und Libanon tritt sie 1972 aus Protest aus der Institution aus; der Kirche aber bleibt sie zum Beten, Nachdenken und Meditieren treu. Die gelernte Buchhalterin liest religiöse Bücher und hört Vorlesungen an der Bonner Uni über die großen Weltreligionen.

Im Koran findet sie die Antworten, die sie immer gesucht hat. „Der Islam ist eine Religion für den Einzelnen, viel persönlicher als das Christentum und mystischer“, sagt sie. „Der Islam verlangt mehr Eigenverantwortung, und ich bin es doch, die sich irgendwann verantworten muss. Und Allah und Gott sind für mich sowieso eins.“

Ihren Wechsel zum Islam hat Elisabeth Müller für sich im stillen Kämmerlein vollzogen, ein öffentliches Glaubensbekenntnis nie abgelegt. Die Nähe zur Moschee in Lülsdorf habe keine Rolle gespielt. Die sei für Konvertiten eher ungeeignet, weil dort fast nur Türkisch gesprochen werde.

Als sie Niyaze Ileli, den damaligen Vorsitzenden der türkischen Gemeinde, den sie durch die Parteiarbeit kennt, ankündigt, in der Gemeinde mitzuarbeiten, ist die Freude groß. Dank ihrer Beziehungen kann sie den zurückhaltenden Türken viele Türen öffnen. „Es war ein gegenseitiges Nehmen und Geben. Ich habe viel gelernt, auch zu unterscheiden zwischen den Aussagen des Koran und alten Traditionen.“ Das Kopftuchtragen gehöre zu letzteren, ebenso wie die häufige Separation von Frauen und Männern. Im Koran seien Männer und Frauen gleichberechtigt und einer der Beschützer des anderen. Als Vermittlerin und Vorstandsmitglied genießt sie hohe Anerkennung und hat viel für die Gleichberechtigung der Frauen in der Gemeinde beigetragen, die seither viel selbstbewusster sind und einen eigenen Frauenrat gegründet haben. Schauten die Männer zuerst noch komisch, wenn sie sich in der Moschee zum Tee oder Kaffee zu ihnen setzten, so gucken sie jetzt sogar gemeinsam fern. Mit Deutsch-und PC-Kursen, Hausaufgabenhilfe setzt sich Elisabeth Müller für bessere Bildungschancen nicht nur der türkischen Kinder ein. „Unsere Angebote werden auch zunehmend von deutschen Kindern genutzt“, sagt sie.

Längst ist wieder der Alltag im Hause Müller eingekehrt. Dazu gehört, dass Elisabeth Müller sowohl die Homepage der Türkisch-Islamischen Gemeinde als auch die des Bürgervereins für Lülsdorf und Ranzel gestaltet. Dort ist ihr Mann Geschäftsführer. Hüben wie drüben hat ihr Engagement für den Abbau von Schwellenängsten und Vorurteilen gesorgt und nicht nur ihr Mann Hans hat festgestellt: „Die beißen gar nicht!“ (Klaus Müller-Wolf)

Aus Rhein-Sieg Rundschau von 03.03.08 mit freundlicher Genehmigung der Redaktion

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Meine Familie

28. September 2013

GeschwisterJuni1962-1Der Anfang

Wie ich schon geschrieben hatte, kam ich im Februar 1941 zur Welt, war das erste Kind. Mein Vater war wohl richtig stolz, eine Tochter zu haben, dagegen meine Mutter wollte einen Jungen.

Aber schon 15 Monate später bekam sie meinen Bruder Hans-Josef, sie hat ihn ihr ganzes Leben lang besonders behütet, beschützt und ihm vor vielerlei Übel bewahrt.

Er war kaum 1 1/2 Jahr alt, da bekam er eine Hirnhautentzündung, und wer die Hitlerzeit kannte, war das eine Todesdrohung. Die Ärzte wussten zu diesem Zeitpunkt nicht, welche Hirnhautentzündung vorlag und diese Krankheit führte in der Nazizeit dazu, dass man das Leben beendete, nicht versuchte die Krankheit zu heilen. Aber die Ärzte im Kamillianer-Krankenhaus haben das nicht der Gesundheitsbehörde gemeldet, der Junge einer Nachbarin ereilte das gleiche Schicksal. Aber beide Kinder wurden gesund.

Es war wohl für meine Eltern eine schlimme Zeit und sie hatten große Sorgen, vor allem weil Ihnen kurz vorher, durch die Explosion einer Bombe in der Nähe, meinem zweiten Bruder die Lunge geplatzt war, und er verstarb. Er war gerade mal fünf Monate alt.

Diese besondere Fürsorge hat meine Mutter meinem Bruder Hans-Josef,bis sie starb, entgegengebracht. Es war immer ihr Lieblingskind.

VaterDie anderen Kinder merkten das, bis mein Vater 1960 starb, nicht so sehr, dass immer ein Kind bevorzugt wurde.

 Kindheit und Schulzeit

Wer besonders darunter gelitten hat, war meine sieben Jahre jüngere Schwester Christel. Sie brauchte viel Liebe und Zuneigung, die sie aber von meiner Mutter nicht in dem Maße bekam.

Ich war auch oft sehr traurig, wenn ich merkte, dass es wieder und immer wieder zu Ungerechtigkeiten kam. Zum Beispiel als ich in die Schule kam, gab es einmal die Woche eine Tafel Schokolade. Die brachte ich mit nach Hause und alle meine Geschwister freuten sich darauf. Jeden Tag, bekamen wir ein Stück Schokolade, bis sie alle war. Aber es blieben immer 1 oder 2 Stücke übrig. Die stecke meine Mutter mal heimlich, mal offen, meinem Bruder Hans-Josef in den Mund, sogar dann, wenn ich daneben stand.

Als Kind empfindet man das sicher besonders schmerzhaft.

Die Mutter kümmerte sich auch immer mehr um meine 4 Brüder als um ihre 2 Töchter. Das ließ sich an vielen Dingen feststellen.

Es kam wenig Lob, wenn ich meiner Mutter bei der Hausarbeit half. Wir hatten immer einen Gemüsegarten unMuttermitihrenMaedchend später auch einen großen Obst- und Gemüsegarten. Die Erntezeit brachte immer viel Arbeit. Obst musste gepflückt werden, anschließend wurde zu Hause eingemacht. Ich habe immer geholfen, ich habe nie gemerkt, dass mich meine Mutter darüber freute.

Mit 11 – 12 Jahren habe ich mitgeholfen, die Kirche zu putzen. Das Pfarrheim worin wir wohnten, musste ich reinigen, hier kam es zu einer Begegnung:

Es waren zwei große Räume, die sauber gehalten werden mussten, in dem einen Raum stand ein Klavier, an die 50 Klappstühle und es war schwere Arbeit, wenn man dort putzen musste. Die Stühle wurden in eine Ecke gestapelt, das Klavier musste gerückt werden, alles habe ich alleine gemacht. Die Bibliothek war auch nicht so einfach zu reinigen, weil viele Regale mit Büchern dort standen.

Der große Eingangsbereich, mit 8 öffentliche Toiletten war zu reinigen und ich war oft total fertig, wenn ich die Arbeit gemacht habe.

Meine Mutter kam dazu und war mit irgendetwas nicht zufrieden, da hat dann die Leiterin des Kindergartens, der auch in diesem Pfarrheim untergebracht war, ihr gesagt, dass sie ungerecht ist. „Ich würde sehr gründlich und ordentlich putzen und sauber machen, sie sollte mal überlegen wie alt ich wäre.“

So lief das aber immer ab, oft ist mein Vater dazwischen gegangen.

Auch die Schulzeit war ein Beweis, mein Bruder Hans-Josef und ich waren nur 1 Jahr auseinander, meine Mutter hat immer nur meinem Bruder geholfen, sie hat sich sogar seine Schrift angeeignet und schrieb ihm die Aufsätze und die Rechenaufgaben, wenn ich und meine Geschwister Hilfe brauchten, gingen wir zu unserem Vater.

Zu Weihnachten bekam mein Bruder seine Wünsche erfüllt, ich kann mich nicht erinnern einen Wunsch erfüllt bekommen zu haben. Ich wollte immer gerne einen Puppenwagen haben.Im Pfarrhaus wurden oft Lebensmittel, Kleidung und Kinderspielzeug abgegeben. Eines Tages auch ein Puppenwagen, mein Vater restaurierte ihn und ich war stolze Puppenmutter mit Puppenwagen. Aber nur eine Woche, da musste ich ihn wieder hergeben, den Grund kannte ich nicht. Ich weiß, ich habe tagelang geweint.

Jugendzeit

Zum Ende des Jahres 1955 am 1. November bekam meine Mutter meinen jüngsten Bruder Klaus. Er war eine Geburt auf Leben und Tod. Wir zitterten Monate um das Leben meiner Mutter. Während der Zeit habe ich den Haushalt geführt, ich war 14 Jahre.

Ich arbeitete in einem Lebensmittelgeschäft. Erst als es meiner Mutter besser ging, bin ich dann in die höhere Handelsschule gegangen. Die Arbeit in diesem Laden war sehr schwer. Ich musste mit einem Rad Lebensmittel zu den Kunden bringen. Mein Bruder Hans-Josef machte eine Lehre im Konsum, auch er musste Ware zu Kunden bringen. Wir bekamen fast immer ein kleines Trinkgeld. Wer das abgeben musste war ich. Meinem Bruder Hans-Josef hat meine Mutter die Getränke und Süßigkeiten bezahlt, die er sich während der Arbeit im Konsum holte. Das war für mich nicht erlaubt.

TanteKaetheMeine Mutter hatte zeitweilig eine Hilfe im Haus, nachher war einige Jahre ihre Schwester Käthe bei uns. Das war eigentlich eine schöne Zeit, auch sie versuchte Ungerechtigkeiten zu egalisieren, wenn sie es mitbekam. Aber meine Mutter und meine Tante zerstritten sich, wegen Geld, und sie haben beide nicht mehr miteinander gesprochen und sich auch nicht mehr gegrüßt.

Meine Tante hat mir viel geholfen, oft fing sie mich vor der Haustüre ab und ich gab ihr mein Trinkgeld. So konnte ich mir dann auch mal ein Kakao oder Wasser während des 11 -12 stündigen Arbeitstages holen. Oder sie ließ mich nicht in die Wohnung gehen, wenn man darauf wartet, dass ich irgendwelche Arbeiten verrichten sollte, wobei mein Bruder im Wohnzimmer saß und sich erholte

Mein Vater starb 1960 und ein paar Monate davor sind wir in das Haus gezogen, dass mein Vater gekauft hatte. Die Renovierungen waren noch nicht abgeschlossen. Mein jetziger Mann und ich hab die restlichen Renovierungsarbeiten übernommen.

Mein Bruder habe ich dabei nie gesehen.

Die schwerste Zeit

1961 verlobte ich mich, aber die Verlobungszeit war eine sehr schwere Zeit.

Aus dem Korb meiner Aussteuer fehlte eines Tages eine Tischdecke mit Servietten. Die hatte meine Mutter genommen, um ein Hochzeitsgeschenk für die Tochter meiner Cousine zu haben. Ich war sehr böse. Mein Verlobter hat dann die Aussteuer zu sich nach Hause genommen.

Eine meiner Schwägerinnen zog in unsere Straße. Meine Mutter hat sich mit ihr angefreundet. Eines Tages war  ich Zeuge eines Gespräches mit meiner zukünftigen Schwägerin, in der meine Mutter über mich herzog. Ich war so fertig und habe dann weinend das Haus verlassen.

Die Familie meines Mannes hat oft versucht uns auseinander zu bringen, den Grund kannte ich ja nun. Es war einfach schrecklich.

Sicher, durch den Tod meines Vaters hatte meine Mutter auch Geldsorgen, aber sie gab auch viel Geld für meine Brüder aus, die nicht notwendig waren. Der Mann meiner Schwägerin konnte eine Zeit lang nicht für seine Familie da sein, hatte aber so viel gearbeitet und Geld zurückgelegt, dass meine Schwägerin mit dem Geld diese Zeit überbrücken konnte.

Meine Mutter hatte es fertig gebracht, dass sie sich von ihr eine Summe Geld borgte. Als sie es wieder haben wollte, hat meine Mutter erst durch Drohung meines Schwiegervaters, das Geld zurückgegeben. Wir haben davon nichts gewusst und mein Mann und ich waren schockiert.

Wir heirateten im Juni 1962. Eine gemeinsame Wohnung fanden wir erst im Nov. 62 hier in Niederkassel. Was passierte, mein Vater hatte eine Aussteuerversicherung für mich abgeschlossen, die war seit  dem Tod meines Vaters beitragsfrei.

Meine Mutter hat sich ungefragt eine Heiratsurkunde aus unserem Familienstammbuch genommen und hat sich die Aussteuerversicherung, mit einer gefälschten Unterschrift, auszahlen lassen.

Sie kaufte damit meinem Bruder ein Auto – einen Fiat – Führerschein wurde ihm auch bezahlt, obschon sie immer über Geldmangel klagte, aber den hatte sie nie wenn es um meinen Bruder ging.

Ich fing bei Mercedes an zu arbeiten. Mein Geld was ich verdiente musste ich bis auf den letzten Heller abgeben, ich durfte nichts behalten. Meine Mutter legte mir hin und wieder mal 0,50 DM hin. Oft hat sie mir sogar kein Fahrgeld gegeben und ich musste gut 15 km zu Fuß zur Arbeit gehen.
Ende des Jahres 1961 wollte ich das ändern. Meine Mutter sollte 300,00 DM meines Geldes bekommen, in meiner Volontärzeit bekam ich 337,00 DM, und ich wollte die 37,00 DM behalten. Das hat einen irren Krach gegeben. Ab da musste ich alles, was ich brauchte, selber bezahlen und hatte jetzt noch weniger wie vorher.

Sie ist sogar zu meinem Chef gegangen und wollte ihn dazu bringen, mein Geld ihr auszuhändigen, aber das hat er abgelehnt.

Das gemeinsame Leben

Die kirchliche Hochzeit haben wir mit Verwandten bei uns zu Hause gefeiert. Die Hochzeitsgeschenke wollte meine Mutter nicht herausgeben, als wir in unser neues Domizil zogen, aber unsere Trauzeugen haben das verhindert und alles eingepackt.

Wir wohnten nun in Niederkassel und das war doch ein ganzes Stück weit von Bad Godesberg – Rüngsdorf weg.

Den Kontakt zu meiner Mutter und Familie behielten wir bei und das Verhältnis wurde auch ein wenig besser. Aber mein Mann hat mir das Versprechen abgenommen, meiner Mutter nie Geld zu schenken, denn sie gab das immer sofort weiter an meinen Bruder Hans Josef. Wir hatten im Anfang unserer Ehe nicht sehr viel Geld, wir haben unseren Hausstand selber gekauft, ohne Hilfe von anderen. Darauf sind wir stolz.

Stolz, dass wir den Kontakt zu unsere Mutter nicht abgebrochen haben, sie war meine Mutter und ich konnte trotzdem nie das zurückgeben, was sie für mich und Geschwister getan hat. Der Grundsatz war wichtig:Mutter1961

„Vater und Mutter sollst du ehren, solange sie leben auf Erden.“

Soviel Böses und so viel Ungerechtigkeit haben wir ertragen und doch nach diesem Grundsatz gelebt.

Warum ich dieses alles niedergeschrieben habe, kommt daher, dass ich mich immer und immer wieder an viele solcher Gegebenheit erinnere und nicht verstehen kann, warum das so war. Dass die Geschwister untereinander kaum Kontakt haben, liegt dem Verhalten meiner Mutter zu Grunde.

Meine Geschwister

In dieser Erinnerung kamen meine Geschwister so gut wie nicht vor.

Das vierte Kind meiner Eltern, mein Bruder Albert hatte ein eigenes Leben. Er war der auserkorene Liebling meiner Tante, die gegenüber im Pfarrhaus wohnte und Albert war viel bei ihr und wurde auch von Tante Tinchen verwöhnt, bis zum geht nicht mehr. Als er in die höhere Schule kam, war er für eine Zeitlang im Internat in Knechtsteden. Danach ist er zur Bundeswehr gegangen. Bruder Albert ist am 19.04.2014 gestorben

Meine jüngere Schwester Christel lebte zu Hause, nach ihrer Lehre als Schneiderin, hat sie zeitweilig auch nicht mehr zu Hause gewohnt, sondern war Hausmädchen in diversen Familien, bis ihre Depression und psychische Leiden auftraten. Hier hatte sie auch keine Hilfe von Mutter oder den Brüdern. Die haben nicht verstanden, dass das eine Krankheit war, sondern taten das ab mit, zu faul und immer nur in den Vordergrund spielen. Sie ist am 21.05.2002 verstorben.

Mein Bruder Norbert er war ja 10 Jahr jünger hat diese Geschichten gar nicht erfassen können, der hat seine Schulzeit gut verbracht und eine Lehre als KFZ-Mechaniker vollendet und dann als er seine jetzige Frau kennen gelernt hatte, die Meisterprüfung gemacht. Er ist am 24.09.2013 verstorben.

Mein Bruder Klaus, er ist sogar 14 Jahr jünger, war eben unser Jüngster, aber diese Geschichten hat er auch nicht mit bekommen, er bewundert meinen Bruder Hans-Josef bis heute, was ich nicht tue, denn er hat seinen Stand bei meiner Mutter auch hinreichend ausgenutzt. Ich mache ihm keine Vorwürfe, er ist und war das Produkt meiner Mutter.