Archive for Februar 2018

10 Jahre – Aus dem Benefizum wurde ein Vereinsheim

18. Februar 2018

Vor 10 Jahren wurde das Benefizium in der Burgstraße von der kath. Kirche gekauft und als Vereinsheim hergerichtet. Bilder aus der alten Webseite zeigen, wieviel ehrenamtliche Arbeit in die Renovierung dieses Hauses geleistet wurde.

Benefizum Neu

Das Benefizium 10-2Das Benefizium 10-3

Von 2006 bis 2016 habe ich die Webseite des Bürgervereins gestaltet und auf den neuesten Stand gebracht. Das hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Nach den Neuwahlen 2016 wurde die Webseite abgemeldet und durch diese ersetzt.

BV-01

http://bv-luelsdorf-ranzel.de/

Meine Gedanken zur Scharia!

17. Februar 2018

Scharia

von Elisabeth Mariam Müller,

Gesetze: Islamisches Recht ist alles andere als starr.

Es lasst Spielraum für Interpretationen

In der Wüste auf der Arabischen Halbinsel ist der Weg zur Wasserstelle der Weg zum Leben. Zu Zeiten des Propheten Mohammed vor rund 1600 Jahren wie heute ist in dieser unwirtlichen Gegend jeder dem Tod geweiht, der ihn nicht kennt. Im Arabischen gibt es für den „Weg zur Wasserstelle“ ein einfaches Wort: Scharia.

Der „Weg zur Wasserstelle“ ist für Muslime im übertragenden Sinn also nicht nur der Weg zum Leben, sondern der Weg zu Gott.

Wer die Vorschriften der Scharia achtet, der lebt ein Leben nach den Regeln des Allmächtigen. Er kann auf Rettung hoffen, selbst in trockensten Zeiten. So weit, so einfach.

Doch längst ist das Wort „Scharia“ zu einem Kampfbegriff geworden, in dem es um viel mehr geht. Wenn muslimische Extremisten in Pakistan oder Afghanistan die Scharia einführen wollen, dann suchen sie nicht den Weg zur Wasserstelle und zu Gott.

Der Ruf nach der Scharia ist Symbol für ihren Griff nach der Macht und ihren Kampf gegen die Moderne und die Einflüsse des Westens.

Das „Gesetz Gottes“ wenden sie in simplifizierter Form an. Es manifestiert sich in der Unterdrückung der Frau und archaischen Strafen: Hand abhacken bei Diebstahl, Steinigung bei Ehebruch. Fatalerweise ist es den Extremisten gelungen, die Interpretationshoheit über die Scharia zu gewinnen. Als Scharia gilt, was sie zur Scharia erklären. Abweichler werden des Abfalls vom Glauben bezichtigt.

Daher ist die Scharia längst nicht auf wenige, einfache und brutale Strafen zu reduzieren.

Im Gegenteil:

Sie ist ein komplexes Gebilde, über das sich Gelehrte in verschiedenen Teildisziplinen der islamischen Rechtswissenschaft (Fiqh) seit Jahrhunderten streiten. Aus der Scharia als von Gott geoffenbarte Ordnung ergibt sich beileibe kein starres, kodifiziertes und unveränderliches, geschweige denn ein in der islamischen Welt einheitliches Recht.

 

Die Scharia beruht zwar unter anderem auf dem Koran, die die Muslime als das vom Menschen unbeeinflusste Wort Gottes betrachten. Doch sind in dem Heiligen Buch nur wenige Normen und Regeln zu finden, die keiner Interpretation des Menschen bedürfen.

Vieles bleibt offen, vage oder ist gar nicht erwähnt. Selbst wenn eine Regelung eindeutig formuliert ist, bleibt häufig unklar, unter welchen Bedingungen sie gilt.

 Hier müssen die muslimischen Rechtsgelehrten mit eigener intellektueller Anstrengung zu Antworten kommen.

Auch wenn häufig das Gegenteil behauptet wird:

Das islamische Recht ist durchaus vom Menschen gemacht. Es kann sich deshalb auch an veränderte politische und gesellschaftliche Verhältnisse anpassen.

Manche Islamwissenschaftler sagen sogar: Die Regeln der Scharia sind immer so modern und so konservativ wie diejenigen, die das Wort Gottes auslegen.

So gibt es in der islamischen Welt ganz unterschiedliche Rechtstraditionen. Deutlich sind etwa die Differenzen zwischen Schiiten und Sunniten.

In der sunnitischen Rechtswissenschaft wiederum bildeten sich seit dem achten Jahrhundert n. Chr. vier große Rechtsschulen aus: die Hanafiten, die Malikiten, die Schafiten und die Hanabiten, jeweils benannt nach ihren Gründern. Weil sie unterschiedlichen Lehrsystemen folgen, kommen sie teilweise zu völlig unterschiedlichen Reglungen.

Das islamische Recht erhebt den Anspruch, nicht nur die Religion und ihren Ritus zu regeln, sondern alle Bereiche des menschlichen Lebens. Es befasst sich folglich mit Erbrecht, Ehe- und Familienrecht, Wirtschaftsrecht ebenso wie mit Straf-, Staats- und Verwaltungs- und Völkerrecht.

Dabei bewegen sich die Gelehrten nicht in einem luftleeren Raum, sondern sind an genau definierte Rechtsquellen gebunden. Fraglos ist der Koran der wichtigste dieser Quellen.

Beinahe ebenso bedeutend ist die Sunna, also die Worte und Taten des Propheten Mohammed, die als Vorbild gelten.

Beide Rechtsquellen sind für die Gelehrten jedoch mit erheblichen Problemen verbunden. Im Koran zum Beispiel ist die Mehrheit der Regeln und Normen nicht nur mehrdeutig festgelegt – teilweise sind sogar gegensätzliche Vorschriften zu finden.

So wird die Eigenschaft des Weins in Sure 16 gepriesen, während er in Sure 5 als „Gräuel von Satans Werk“ bezeichnet wird.

In solchen Fällen müssen die Rechtswissenschaftler entscheiden, welcher Vers einer Sure einen anderem abrogiert, also ungültig macht, zum Beispiel weil er Mohammed von Gott nach Auffassung muslimischer Experten später offenbart wurde.

So diskutieren die Rechtsgelehrten sehr lange die Frage, ob Alkohol generell oder nur Traubenwein verboten ist.

Widersprüchlich sind in vielen Fällen auch die Worte und Taten des Propheten.

Die Sunna wirft darüber hinaus noch ein ganz anderes Problem auf. Weil ihr ein so hoher Stellenwert eingeräumt wird, entwickelte sich eine aktive Fälscherindustrie, die erdachte Überlieferungen aus dem Leben Mohammeds in Umlauf brachte, um die eigene Meinung möglichst hieb- und stichfest zu untermauern.

Um diesem Problem Herr zu werden, entwickelte sich eine besondere Disziplin, die sich damit beschäftigt, „falsche“ von „richtigen“ Überlieferungen zu unterscheiden.

Eine Prophetentradition gilt nur dann als „wahr“, wenn die Überlieferungskette (Isnad) lückenlos ist und die einzelnen Überlieferer zuverlässig sind. Es liegt in der Natur des Menschen, dass die Gelehrten auch in diesem Fall zu sehr unterschiedlichen Ansichten gelangen.

Zwei Fachleute, drei Meinungen – dieses abfällige Urteil über die Konsensfähigkeit der Experten ist (nicht nur) unter Muslimen weitverbreitet.

Dies gilt umso mehr, da Koran und Sunna längst nicht ausreichen, um das Leben der Muslime umfassend zu regeln.

Beide Rechtsquellen können nur schwerlich beantworten, ob eine Frau Auto fahren darf, wie es in Saudi-Arabien diskutiert wurde. Gestützt auf Koran und Sunna gilt deswegen der Konsens der Rechtsgelehrten (Idschma) als weitere Rechtsquelle.

Dabei stellt sich jedoch die Frage, welche Experten überhaupt übereinstimmen müssen, und wie ein Konsens festgestellt wird. Eine eindeutige Antwort lässt sich nicht finden. Einen „Konsens“ über den Konsens gibt es nicht. Um zu gottgefälligen Normen und

Regeln zu kommen, dürfen sich die Rechtsgelehrten auch des Analogieschlusses bedienen – die Regelung eines Falles darf auf einen anderen übertragen werden, soweit die beiden Fälle vergleichbar sind. Das Gewohnheitsrecht spielt ebenso eine Rolle, jedenfalls wenn es anderen Rechtsquellen nicht widerspricht. Auch regional unterschiedliche Bräuche fanden Einzug in das islamische Recht.

Vor allem in den frühen Jahren des Islam – als sich die verschiedenen Rechtschulen herausschälten – war es unter den Rechtsgelehrten gang und gäbe, durch eigene intellektuelle Leistungen zu Regeln zu kommen. Idschtihat nennt sich dieses eigenständige Räsonnement in der arabischen Fachsprache.

Je mehr sich jedoch die Rechtsschulen ausformten und auch in Konkurrenz zueinander standen, desto bedeutender wurde seit dem 10 Jahrhundert der „Taqlid“. Die mehr oder minder kritiklose Übernahme der Entscheidungen, die die Rechtsautoritäten bis dahin gefällt hatten.

Das „Tor des Idschtihad“ schloss sich.

Umstritten unter Islamwissenschaftler ist jedoch bis heute, ob es gänzlich verrammelt war. Die islamische Reformbewegung, die sich im 19. Jahrhundert entwickelte, versuchte mit einigem Erfolg, es wieder aufzustoßen.

Islamische Reformer berufen sich heute im Wesentlichen auf den Idschtihad. Sie argumentieren, das islamische Recht müsse den Gegebenheiten der modernen Welt angepasst werden. Sie stoßen dabei auf heftigen Widerstand der Anhänger des Taqlid, die sich als Lordsiegelbewahrer der Tradition geben

 

Meine Aktivitäten in der Moschee Niederkassel 2003 – 2011

15. Februar 2018

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MUSLIMISCHE FEIERTAGE 2018

11. Februar 2018

Muslimische Feiertage Blatt 1Muslimische Feiertage Blatt 2Muslimische Feiertage Blatt 3Muslimische Feiertage Blatt 4Muslimische Feiertage Blatt 5

Lebensweg

6. Februar 2018

​Von der Genossin zur Muslima
Muslima ohne Kopftuch

Elisabeth Mariam Müller

Elisabeth Müller ist 2002 zum Islam übergetreten. Seitdem musste die frühere Katholikin gegen viele Widerstände ankämpfen. Heute betreibt sie Aufklärungsarbeit für ihre neue Religion und erklärt welche Gemeinsamkeiten die drei monotheistischen Religionen verbindet.

Bruch mit der katholischen Kirche

Ein Blick in Müllers Vergangenheit lässt allerdings staunen, dass gerade sie zum Islam gefunden hat. Als Kind sei sie „fundamentalistisch“ katholisch erzogen worden. Doch bereits 1972 wandte sie sich ab von ihrer alten Religion. Vor allem die Haltung des Vatikans das Verbot von Verhütungsmitteln in der Welt wollte sie nicht mehr mittragen: „Das ist in meinen Augen Mord“, sagt Müller. Seitdem sei sie immer auf der Suche nach ihrer Religion gewesen.

Durch ein Seminar an der Universität Bonn ist sie dann auf den Islam aufmerksam geworden. Sie war schließlich eine von acht, die ihr Islaminteresse zum festen Glauben machen wollten: „Irgendwann hab ich gemerkt, das ist das Richtige, die Religion des Friedens, der Liebe, der Barmherzigkeit“, erklärt Elisabeth Müller. Auch das Fehlen eines obersten Verantwortlichen wie dem katholischen Papst faszinierte sie.

Keine Akzeptanz von den Parteigenossen

Sie war zur Zeit der Konversion Mitglied des Rates der Stadt Niederkassel für die SPD, hier bekleidete sie hohe Ämter, war über 15 Jahr stellvertretende Fraktionsvorsitzende – Geschäftsführung und davor über 10 Jahre stellv. Vorsitzende des Ortsvereins.

Im Jahr 2002 sprach sie ihr Glaubensbekenntnis, behielt ihren Übertritt zum Islam zunächst aber für sich.
„Ich hab immer gesagt: Das ist meine ureigenste Sache, was ich glaube. Das geht niemanden etwas an.“
Nicht einmal ihrem Mann, einem Christen, hat sie sofort davon erzählt. Auch wenn der sie heute in ihrem Glauben unterstützt, war Müller besorgt, er würde versuchen, sie von ihrer Entscheidung abzubringen.

Dass diese Vorsicht angebracht war, zeigte sich in den Reaktionen ihrer Mitmenschen. Selbst die Genossen der SPD wollten Müllers Entscheidung nicht akzeptieren, als es im Jahr 2006 öffentlich wurde, dass sie sich zum Islam bekannte:
Alle Vorurteile trafen sie mit Härte. „Mit so jemandem könne man bei dem Frauenbild im Islam nicht zusammenarbeiten.“ Daraus hat Müller, nach 25 Jahren Mitgliedschaft in der SPD, Konsequenzen gezogen, ist sie ausgetreten. Ihren Sitz im Stadtrat hat sie bis zur Kommunalwahl Ende Oktober 2009 jedoch noch beibehalten.

Angriffe kontert sie mit links

Die Angriffe christlicher Mitmenschen kontert sie mittlerweile mit links: Abschottung, Frauenunterdrückung, Fundamentalismus – gibt es unter den Muslimen, das ist nicht zu leugnen. Aber hier hilft nur Aufklärung, viele Dinge werden aus Traditionen vollzogen und haben eigentlich mit dem Islam nichts zu tun.
Aufklärung heißt auch, den Koran im Kontext seiner Zeit zu lesen und zu verstehen und ihn in unsere Zeit zu holten.
Sie selbst bedeckt ihr Haar ausschließlich zum Beten, weil sie sich damit besser konzentrieren könne.
Das Symbol Kopftuch hält sie für überbewertet. Und trotzdem zollt sie den Muslimas Respekt, die das Kopftuch selbstbewusst tragen, entgegen aller Widerstände: „Ich hab das mal zwei Tage lang gemacht, bin mit Kopftuch in Bonn einkaufen gegangen und hab dann gemerkt, wie man behandelt wird. Das ist grausam.“

In der muslimischen Gemeinde in Niederkassel wurde Müller 2002 mit offenen Armen aufgenommen.

Sie ist dem Liberal islamischen Bund e.V. beigetreten und steht hinter diesen Grundsätzen.

Was ist der Liberal Islamische Bund

Im Frühjahr 2010 hat sich der Liberal-islamische Bund e.V. gegründet und wurde am 27. Mai ins Vereinsregister Köln eingetragen.Als Repräsentant muslimischer Bürgerinnen und Bürger sieht sich der LIB e.V. in der Verantwortung, die mehrheitlich liberalen Positionen des in Europa vorherrschenden Islamverständnisses zu vertreten.
Der LIB e.V.  bietet allen Bürgerinnen und Bürgern ein Forum, die sich wertschätzend mit islamischen, interreligiösen und gesellschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen wollen.
Er ist offen für einander widersprechende Blickwinkel im Sinne eines lernenden Selbstverständnisses zum Nutzen und zur Ermöglichung des gemeinsamen Erkenntnisgewinns.
Der LIB vertritt ein pluralistisches Gesellschaftsbild und bekennt sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Dementsprechend lehnt der LIB jegliche Form von rassistischer, u.a. antisemitischer, antichristlicher oder antiislamischer Auffassung ab.
Der LIB tritt darüber hinaus unter anderem konkret ein für

  • eine unvoreingenommene Auslegung religiöser Schriften wie dem Koran auch unter Einbeziehung historischer und sozialer Kontexte
  • die umfassende Geschlechtergerechtigkeit, sowie deren pädagogische und theologische Umsetzung
  • die Einführung eines flächendeckenden islamischen Religionsunterrichts in deutscher Sprache an öffentlichen Schulen

Mit der Gründung eines Bundes für die in Deutschland lebenden Musliminnen und Muslime ist der LIB e.V. Ansprechpartner und Ratgebender für Vertreter aus

  • öffentlichen Institutionen bzw. Verbänden
  • theologischen Gemeinden
  • politischen Gremien und Verwaltungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene
  • schulischen, universitären und anderen Bildungseinrichtungen und der
  • Wirtschaft

Sie hat mit Rabeya Müller und anderen liberalen Muslimen, die Muslimische Gemeinde Rheinland gegründet. Diese Gemeinde trifft sich regelmäßig in den Räumen der Martin-Luther-Kirche in Köln Süd. Das gemeinsame Gebet ist der Höhepunkt, das von der Imamin Rabeya Müller geleitet wird.

Sie gibt Islamunterricht – Religionsunterricht – für Menschen, die die Verkehrssprache deutsch haben, mit Erfolg. Berät Familien in schwierigen Lagen und gibt Hilfestellung.
Die fünf muslimischen Gebete gehören zu ihrem Alltag, sowie auch das Lesen  im Koran. Sie inzwischen als ganz normale Muslima anerkannt.

Naja, so ganz normal ist sie dann doch nicht. Denn so viel Werbung hat in der rheinischen Kleinstadt wohl nie jemand für den Islam gemacht, allen Vorurteilen zum Trotz.

Autor: Moritz Schröder — Redaktion: Stephanie Gebert – Text von mir ergänzt.
  • „Dann schaute ich in mein Herz, und da, wo ER wohnte, da fand ich IHN. Sonst war ER nirgends zu finden.
  • „Ich schaute in mein eigenes Herz. An diesem Ort sah ich ihn. Er ist an keinem anderen Ort.“
  • „Ich prüfte mein Herz, und dort verweilte er, als ich ihn sah. Er ist nirgends sonst zu finden.“